Deutsche Wirtschaft kaum gewachsen

Markt / 16.11.2012 • 19:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Monika Rosen-Philipp
Monika Rosen-Philipp

wien. Deutschlands Brutto­inlandsprodukt ist im dritten Quartal 2012 mit 0,2 % zwar leicht gewachsen, die Dynamik ist jedoch weiter nach unten gerichtet. Im ersten Quartal 2012 lag das Wachstum noch bei 0,5 %, im zweiten Quartal konnten 0,3 % verzeichnet werden. Steigende Ausgaben aus privater und öffentlicher Hand, wachsende Investitionstätigkeit in der Baubranche und die Tatsache, dass mehr exportiert als importiert wurde, wirkten dabei positiv auf die Konjunktur.

Angetrieben wurde das Wachstum weiters durch Automobilhersteller, die anstatt der üblichen Sommerpause den August dazu nutzten, Bestellrückstände abzuarbeiten. Ungewissheit über die weitere Wirtschaftsentwicklung ließ Unternehmen jedoch vor Investitionen in Maschinenanlagen und Betriebsmittel zurückschrecken. Sie sanken bereits das vierte Quartal in Folge. Der Rückgang der Industrieproduktion sowie der Exporte im September und Anfang Oktober lassen für das vierte Quartal 2012 eine Schrumpfung erwarten. 2013 ist mit einer Besserung der Wirtschaftsentwicklung in China sowie mit einer Lockerung der Sparmaßnahmen in der Eurozone zu rechnen. In Deutschland sind sowohl Zuwächse im privaten Konsum, aufgrund von steigenden Löhnen und einem stabilen Arbeitsmarkt, als auch eine Erholung des Immobilienmarktes zu erwarten.

Mag. Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin, Bank Austria Private Banking, monika.rosen-philipp@unicreditgroup.at