Gehaltvolle Lohnangaben

Markt / 16.11.2012 • 11:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Stelleninserate in Zeitungen finden große Beachtung. Foto: Hartinger
Stelleninserate in Zeitungen finden große Beachtung. Foto: Hartinger

Für Männer hat die Verdienstangabe in Stelleninseraten mehr Gehalt als für Frauen.

INFORMATION. (VN-dh). Seit März 2011 müssen Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, das Gehalt ausweisen. Zumeist wird dabei das kollektivvertraglich festgelegte Mindestgehalt angegeben, der Rest ist Verhandlungssache. Für viele Jobsuchende seien die ausgewiesenen Beträge jedoch Grund genug, sich gar nicht erst zu bewerben, kritisierten Personalverantwortliche vor allem in der Anfangsphase. Jetzt zeigt eine Umfrage, wie österreichische Arbeitssuchende mit den Gehaltsangaben in Stelleninseraten tatsächlich umgehen.

Aus rund 1600 Interviews der GfK Austria Sozial- und Organisationsforschung geht hervor, dass die Gehaltsangaben vorwiegend als Informationsquelle dienen. Rund die Hälfte der Befragten gab an, sich so einen Überblick über das Verdienstniveau zu verschaffen, etwa 40 Prozent ziehen Vergleiche zwischen der Bezahlung, die geboten wird. Rund ein Drittel berücksichtigt die Gehaltsangaben bei der Berufswahl und ein Fünftel der Jobsuchenden verwendet sie auch als Argument bei Gehaltsverhandlungen.

Gehaltsangaben genutzt

Auch interessant: Männer verwenden die Verdienstangaben laut Umfrage häufiger als Frauen. Ebenso bei der Gruppe der Akademiker und jungen Österreicher zwischen 20 und 30, die Verdienstangaben in Stelleninseraten zwar nicht so intensiv wie Jobsuchende nutzen, aber stärker als der Durchschnitt: Vor allem junge Männer setzen sie bei Gehaltsverhandlungen auch ein. Nicht ganz so intensiv wie die Jobsuchenden, aber dennoch deutlich stärker als der Durchschnitt nutzen Akademiker und junge Österreicher zwischen 20 und 29 Jahren die verpflichtenden Gehaltsangaben in den Stelleninseraten. Die Akademiker wollen sich häufiger über Gehälter informieren bzw. Jobangebote vergleichen, können so aber auch ihren eigenen Marktwert besser einschätzen.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Gehaltsangaben in Stellenangeboten auf vielfältige Art und Weise genutzt werden. Auch wenn es sich nur um das kollektivvertragliche Mindestgehalt handelt, ist es für viele eine Art Richtschnur. Die Frauen haben, was die Verwendung dieser Angaben betrifft, noch etwas Aufholbedarf“, fasst Dr. Doris Kostera, Sozialforscherin bei GfK Austria, zusammen.