Kampf um Wien-Strecke auf ein Duell reduziert

Markt / 16.11.2012 • 19:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Flughafen Altenrhein: Ein Aufkleber mit Symbolkraft. Mit dem Rückzug der Intersky sollen neue Kunden gewonnen werden. Foto: vN/Hartinger
Flughafen Altenrhein: Ein Aufkleber mit Symbolkraft. Mit dem Rückzug der Intersky sollen neue Kunden gewonnen werden. Foto: vN/Hartinger

Nach Intersky-Aus auf der Wien-Strecke werden die Karten neu gemischt.

Altenrhein. „Drei Anbieter sind einer zu viel.“ Mit diesen klaren Worten erklärt Roger Hohl die Entscheidung der Intersky, sich aus Wien zu verabschieden (die VN berichteten). Aus dem Dreikampf wird ein Duell: Austrian Airlines (AUA) und People’s Viennaline verbleiben auf der für die heimische Wirtschaft so wichtigen Strecke. Ob sich die Situation für die beiden Wettbewerber durch den Intersky-Rückzug entspannen wird, bleibt dennoch abzuwarten. Unklar ist, wie viele der Kunden vom Airport Friedrichshafen nach Altenrhein ausweichen. Das Buhlen um die einstige Intersky-Kundschaft kann jedenfalls beginnen.

Mit „leisen Tönen“

Bei People’s und AUA reagiert man zurückhaltend auf die neue Situation. Er wolle sich eigentlich gar nicht dazu äußern, sagt People’s-Geschäftsführer Armin Unternährer. Die Intersky habe sicher sauber geplant und die Entscheidung gut überlegt. „Ich weiß nicht, wo die potenziellen Kunden hingehen werden, hoffe aber, dass so viele wie möglich zu uns kommen.“

Keinen Kommentar gibt es von der AUA. „Wir kommentieren Entscheidungen von Mitbewerbern grundsätzlich nicht“, sagt Konzernsprecher Peter Thier. Ganz Europa sei einem harten Wettbewerb ausgesetzt. „In Österreich sind die goldenen Jahre mit viel Optimismus vorbei. Alle Fluglinien müssen sparen. Auch wir schauen darauf, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen“, so Thier. Die Fluglinie verzeichne erste Erfolge und komme langsam in die schwarzen Zahlen.

Was die Verbindung Altenrhein-Wien betrifft, spricht die AUA von einer sehr wichtigen Strecke. Man passe das Geschäft der Nachfrage an. „Wir freuen uns über jeden zusätzlichen Passagier, der mit uns nach Wien und dann weiter in die Welt fliegt.“

Über 100.000 Passagiere

Experten schätzen die Zahl der Passagiere der Wien-Strecke auf durchschnittlich 100.000 bis 120.000 pro Jahr. Mit dem Markteintritt der People’s kam es kurzfristig zu einer Steigerung. Mittlerweile haben sich die Zahlen aber wieder auf die Langfrist-Werte eingependelt. In welchem Verhältnis die Passagierzahlen zuletzt unter den Airlines aufgeteilt waren, bleibt deren Geheimnis. „Dazu machen wir keine Angaben“, so Roger Hohl von Intersky. Spekulationen, seine Fluglinie habe zuletzt nur mehr sehr wenige Passagiere befördert, widerspricht er. Das Problem sei nicht unbedingt die Auslastung, sondern der Durchschnittspreis pro Ticket. „Wenn es Überkapazitäten gibt, dann wird das über den Preis geregelt“, so Hohl. Und da spiele die Intersky nicht mit.

Angebot ausgedünnt

Der Konkurrenzkampf hat auch bei den Anbietern in Altenrhein Spuren hinterlassen. Die People’s Viennaline reagiert darauf mit einem Ausdünnen des Angebots. Rund 30 Prozent der Flüge wurden im Herbst erst gar nicht angeboten. „Wir haben unser Angebot der Nachfrage angepasst“, sagt Armin Unternährer. Damit habe man die Kosten in den Griff bekommen. Betroffen ist in erster Linie die Mittagsrotation. Auswirkungen auf den Mitarbeiterstand habe das keine. Man sei generell schlank aufgestellt. Insgesamt sei man mit der Entwicklung zufrieden. „Wir haben unsere Erwartungen übertroffen.“

Zufrieden ist man auch bei der AUA. „Deshalb gibt es auf der Strecke auch keine Änderungen“, so Thier.

Matchen sich auf der Wien-Strecke nun alleine: People’s Viennaline und AUA. Foto: vn/Steurer
Matchen sich auf der Wien-Strecke nun alleine: People’s Viennaline und AUA. Foto: vn/Steurer