Einsatz für Regionalität

Markt / 23.11.2012 • 23:04 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Mit Prominenz im Rampenlicht: die Gewinner der Trophäen „I luag druf“ in der Kulturbühne Ambach in Götzis. FotoS: Beate Rhomberg
Mit Prominenz im Rampenlicht: die Gewinner der Trophäen „I luag druf“ in der Kulturbühne Ambach in Götzis. FotoS: Beate Rhomberg

„Wertvolles auf den Teller“. So lautete diesmal das Motto bei der Vergabe der begehrten Trophäen „I luag druf“.

Götzis. (VN-tw) Gestern abend ging in der Kulturbühne AMBACH die Ländle-Gala über die Bühne. Bei diesem jährlich durchgeführten Wettbewerb, den Ländle-Marketing und Landwirtschaftskammer gemeinsam auf die Beine stellen, stehen besondere Leistungen im Bereich Landwirtschaft und der Produktion von regionalen Lebensmitteln und deren Einsatz in Gastronomie und Bildungsstätten im Mittelpunkt.

Erstmals Anerkennungspreise

Diesmal werden in den Kategorien Schulen sowie Landwirtschaft und Lift- sowie Bergrestaurants Preise vergeben (Faktbox). Erstmals werden heuer darüber hinaus in allen drei Kategorien je zwei Anerkennungspreise verliehen. Touristikerin Brigitte Plemel, Vorsitzende der Jury, begründet dies „mit der hohen Qualität der eingereichten Projekte“.

Konsumenten im Mittelpunkt

Neben Plemel bewerteten auch Landesbäuerin Andrea Schwarzmann, Gastronom Karl Heinz Hehle sowie Paul Rusching (AK) und Andreas Neuhauser (Illwerke VKW) die Bewerbungen um die Zukunftspreise 2012.

„Wir wollen, dass sich die Landwirtschaft in Vorarlberg weiterentwickelt, dass sie noch stärker auf die Wünsche der Konsumenten eingeht und auch neue Wege beschreitet“, betonte Josef Moosbrugger als Präsident der Landwirtschaftskammer in seiner Ansprache bei der Preisverleihung. Heuer wolle man „ganz besonders jene Leistungen würdigen, die sich um unsere heimischen Lebensmittel aus bäuerlicher Produktion besonders verdient gemacht haben“, fuhr Moosbrugger fort.

Landwirte besser ausbilden

Und Landesrat Erich Schwärzler stellte im ­Rahmen des Festabends die Landwirtschaftsstrategie 2020 mit Titel „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ vor. Die Strategie „Ökoland Vorarlberg“ basiere auf den vier Säulen Bildung, Wertschöpfung, Umwelt sowie Lebensmittelqualität sowie Tierwohl und Kulturlandschaft in Berg und Tal. „Daraus ergibt sich ein klares Ziel: Wir wollen unsere Landwirte noch besser ausbilden, denn Bildung ist Grundlage für verantwortungsvolles und soziales Handeln. Wir wollen das Angebot an gesunden Lebensmitteln weiter ausbauen und ökologisch sowie im Tierschutz die Nummer 1 werden“, skizzierte Schwärzler die Marschrichtung.

„Es braucht innovative Menschen auf den landwirtschaftlichen Betrieben, und wir sind froh, dass wir davon im Land viele haben“, sparte auch LWK-Direktor Gebhard Bechter bei der Preisverleihung nicht mit Lorbeeren für die Bauern. ##Anton Walser##

Besondere Leistungen stehen heute groß im Rampenlicht.

Josef Moosbrugger

Gewinner der Zukunftspreise 2012

Hauptpreis
Kategorie Berggastronomie

» Henslerstüble Robert und Sonja Reinbacher, Dünserberg

Trophäe „I luag druf“
und 800 Euro Preisgeld

„Wir bieten den Gästen an, was es gerade vom Bauernhof gibt.“ So einfach kann die Philosophie von Sonja und Robert Reinbacher in ihrem „Henslerstüble“, dem Gastbetrieb bei der Bergstation der Schnifner Seilbahn, umschrieben werden. Mehr als 80 Prozent der Lebensmittel kommen von Bauern und Dörfern aus der Nachbarschaft und so richtet sich die Speisekarte nach dem aktuellen Angebot im Geist der traditionellen heimischen Küche. Sonja und Robert legen besonderen Wert auf den persönlichen Kontakt mit ihren Lieferanten „Erst wenn ich den Betrieb, das Produkt und den Menschen dahinter kenne, kann ich über eine Partnerschaft entscheiden“, lautet das Credo. Das bestätigen auch die beiden Biobauern Armin Rauch und Walter Sohm aus Dünserberg, die beide „das regionale Engagement und die faire Partnerschaft auf Augenhöhe im Umgang mit Reinbachers“ loben.

Auch die Gäste sollen genau wissen, woher ihr Essen kommt und wo die Unterschiede zur Massenware liegen. Damit der Gast das kulinarische Erlebnis auch privat genießen kann, werden Koch- und Grillkurse und Besichtigungen bei den bäuerlichen Lieferanten durchgeführt. So wird die Idee der regionalen Wertschöpfung auch an die Konsumenten weitergegeben.

Hauptpreis
Kategorie Landwirtschaft

» Harald Schobel, Höchst

Trophäe „I luag druf“
und 800 Euro Preisgeld

2005 übernahm Harald Schobel den elterlichen Obstbaubetrieb im Nebenerwerb. Schon bald entwickelte sich neben seiner Leidenschaft für die Obstveredelung der Wunsch, das Hobby zum Hauptberuf zu machen.

Im Winter 2011 baute er für sein Feinkostsortiment eine Anlage zur Dörrobstherstellung und ein Brennerei-, Verarbeitungs- und Präsentationsgebäude mit zwei Brennkesseln. Heuer stieg Schobel aus seinem Beruf in der Metallverarbeitung aus und wagte den Schritt zum Vollerwerbsobstbauer.Neben verschiedensten Obstbränden, auch aus Beeren und Wildfrüchten, produziert Schobel Trockenfrüchte und als besondere Spezialität „Schwarze Nüsse“.

„Auf der Suche nach neuen Absatzchancen stellten wir fest, dass es kaum Trockenfrüchte gibt, die ohne Zusätze wie Konservierungsmittel, Geschmacks- und Farbstoffe auskommen. Unser Ziel war es, genau diese Nische zu bedienen. Bei uns werden die besten Früchte aus der Region nach traditionellen Verfahren, mit neuester Technologie und viel Handarbeit verarbeitet“, erklärt Schobel seine Betriebsphilosophie. Die Walnüsse stammen zur Gänze aus dem eigenen Betrieb sowie Hausgärten in Höchst. Der „Schobel-Kunde“ erhält einfache, bodenständige, heimische Genussmittel auf höchstem Qualitätsniveau.

Hauptpreis Kategorie Schulen

» Klasse 2c der HLW Rankweil

Trophäe „i luag druf“
und 800 Euro Preisgeld

„Wertvolles auf den Teller“ lautet das Motto bei den Schülerinnen der Klasse 2c in der HLW-Rankweil. An der Bildungsstätte wird seit zehn Jahren großen Wert darauf gelegt, dass den Schülerinnen und Lehrpersonen gesunde, regionale Produkte aus der Vorarlberger Landwirtschaft angeboten werden. „Man lernt die Produkte des eigenen Landes mehr zu schätzen und die Bedeutung der Landwirtschaft kennen“, betont Direktorin Mathilde Kostal. Das regionale Bewusstsein und die Wertschätzung gesunder Lebensmittel wollen wir den Schülerinnen für ihre Zukunft mitgeben“, fügt Klassenvorstand Elisabeth Schmid hinzu. Von verschiedensten Lieferanten werden in der Schulkantine, zur Jause am Schulkiosk oder bei Elternabenden je nach Saisonangebot jährlich rund 3700 Kilogramm Obst und Gemüse, 1400 Kilogramm Fleisch und Fisch, 11.000 Eier und über 500 Kilogramm Käse und Butter aus der Vorarlberger Landwirtschaft verarbeitet und angeboten. Die Themen Land- und Forstwirtschaft nehmen in verschiedenen Unterrichtsfächern einen wichtigen Platz ein, was durch Lehrausgänge und Exkursionen vertieft wird. Darüber hinaus werden laut Schulleitung wichtige Kooperationsmodelle mit dem Bäuerlichen Bildungszentrum in Hohenems oder dem Käsehaus Andelsbuch gepflegt.

Anerkennungspreise für Projekte

Heuer wurden erstmals in drei Kate­gorien jeweils zwei mit je 200 Euro
dotierte Anerkennungspreise vergeben.

Kategorie Berggastronomie:

» Bergbahnen Diedamskopf, Schoppernau

» Burglhütte der Familie Sonja und Alfons Silgener, Hittisau

Kategorie Landwirtschaft:

» Familie Kohler, Au

» Rainer Held, Schwarzenberg

Kategorie Schulen:

» Schulheim Mäder

» Tourismusschule Bludenz