BMW weiter auf Wachstumskurs

Markt / 30.11.2012 • 22:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Oktober 2013 bringt BMW mit dem i3 (Bild) sein erstes Elektro-Auto auf den Markt. Fotos: bmw
Im Oktober 2013 bringt BMW mit dem i3 (Bild) sein erstes Elektro-Auto auf den Markt. Fotos: bmw

Deutscher Premium-Hersteller legt im rückläufigen heimischen Automarkt weiter zu.

Schwarzach. BMW Österreich hat einen neuen Chef. Seit August lenkt mit Kurt Egloff ein Schweizer Autofachmann hierzulande die Geschicke des deutschen Herstellers. Und der Einstand könnte kaum besser sein. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt der Auto-Manager im VN-Gespräch. 2011 sei das beste Jahr in der Geschichte der Marke in Österreich gewesen. „Wir haben das ehrgeizige Ziel, heuer zumindest ein Auto mehr zu verkaufen.“

2,4 Prozent im Plus

Die Chancen stehen gut. BMW hat zwischen Jänner und Ende Oktober 13.811 Autos verkauft. Damit liegen die Bayern im Vergleich zum Rekordjahr um 2,4 Prozent im Plus. Den Marktanteil konnte BMW in diesem Zeitraum auf 4,7 Prozent ausbauen. Die Zuwächse sind umso beachtlicher, da sich der Gesamtmarkt in Österreich rückläufig entwickelt. „Der Markt ist in den letzten vier Monaten unter Druck geraten“, so Egloff. Drei bis vier Prozent weniger Neuzulassungen werden es laut seiner Einschätzung am Ende des Jahres sein. Anders das Premium-Segment. Hier rechnet Egloff mit Verkäufen auf Vorjahres-Niveau.

Marktführer unter den Premium-Herstellern ist Audi. Mit seiner Allrad-Palette, den quattro-Modellen, hat sich der Mitbewerber einen Vorsprung herausgefahren. BMW hält längst dagegen. xDrive heißt das 4×4-Rezept aus Bayern, das bei der Aufholjagd helfen soll. „Wir freuen uns auf das nächste Jahr. Da werden wir Allrad in Kombination mit kleineren Motoren anbieten können.“ Die seien wie geschaffen für den österreichischen Markt. „Wir wollen den Abstand verringern“, sagt Egloff. Gleichzeitig soll der Allrad-Anteil der Marke von derzeit rund 50 Prozent weiter ausgebaut werden. BMW ist stark im Geschäft mit Firmenkunden. Österreich habe viele gute Klein- und Mittelbetriebe. „Sie sind das Rückgrat der Wirtschaft“, sagt Egloff. Viele Unternehmen, die in ihren Märkten Leader seien, hätten auch bei der Mobilität einen Premium-Anspruch. „Der Anteil der Firmenkunden ist steigend.“ Mit der Krise 2008/2009 habe sich ein Investitionsstau aufgebaut. Firmen haben mittlerweile wieder verstärkt in ihren Fuhrpark investiert. „Ich glaube dennoch, dass es weiter leichte Zuwächse geben wird.“

Die BMW Group ist am österreichischen Markt mit mehreren Marken aktiv. Neben Autos von BMW zählen die Motorrad-Sparte, Mini und Rolls-Royce dazu. Bei Mini spricht Egloff von einer „guten Entwicklung“. Mittlerweile biete die Kultmarke sieben Modelle an. „2013 sind wir mit dem Mini Paceman in einer weiteren Nische vertreten.“ Der wird – wie der Mini Countryman auch – in Österreich gebaut. Wie auch rund eine Million Diesel-Motoren, die im BMW-Motoren-Werk in Steyr gefertigt werden.

BMW ist in Österreich auch auf zwei Rädern erfolgreich. Aktuell sind die Bayern Marktführer, haben mehr Motorräder als alle Mitbewerber verkauft. Man sei auch für 2013 sehr optimistisch. „Da kommt die neue GS“, so Egloff. Und gleichzeitig sei es das erste volle Jahr für den Scooter von BMW.

Erstes E-Auto kommt 2013

Kurt Egloff sprüht im Ausblick vor Optimismus. Der „President & CEO“ von BMW Austria spricht von leichten Volumenssteigerungen. Möglich gemacht sollen sie durch neue Antriebs- und Motorenkonzepte werden. „Es sind hauptsächlich kleinere Motoren, die für den österreichischen Markt sehr wichtig sind.“ Und BMW startet in die elektrische Zukunft. Im Oktober 2013 bringen die Bayern den i3, ein von Grund auf mit Elektroantrieb konzipiertes Fahrzeug. 150 Kilometer soll der Premium-Stromer rein elektrisch fahren, für weitere Strecken schaltet sich ein Verbrennungsmotor dazu.

bmwegloff@doc67pfyjm12p01jh047k7c.jpg
bmwegloff@doc67pfyjm12p01jh047k7c.jpg

Zur Person

Kurt Egloff

President & CEO von BMW Austria

Geboren: 18. 7. 1960 in der Schweiz

Laufbahn: Automechaniker, Mercedes-Benz Schweiz, Sales Manager Saab Schweiz, Leiter Vertrieb BMW Schweiz

Familie: verheiratet, zwei Kinder