Anfragen nach Kurzarbeit nehmen zu

Markt / 03.12.2012 • 22:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Arbeitslosigkeit im November um 3,3 Prozent höher als im Vorjahr. Kurzarbeit wird mehr zum Thema.

Bregenz. (VN-reh) 9871 Personen waren mit Ende November in Vorarlberg arbeitslos vorgemerkt. Fast genau so viele Frauen wie Männer. Das sind 3,3 Prozent oder 313 Personen mehr als im November des Vorjahres. Und zugleich aber auch der geringste Anstieg im Bundesländervergleich. Negativer Spitzenreiter ist Oberösterreich mit 11,2 Prozent. Während Vorarlberg eine Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent aufweist, sind es bundesweit 7,2 Prozent.

Nichtsdestotrotz spüre man auch in Vorarlberg immer mehr Gegenwind, betont AMS-Geschäftsführer Anton Strini. Die Anfragen nach Kurzarbeit hätten in letzter Zeit zugenommen. „Die Unternehmen halten vermehrt Ausschau nach Alternativen“, so Strini. Man müsse aber froh sein, wenn ein Betrieb versuche, seine Arbeitskräfte zu halten, sei es auch mithilfe von Kurzarbeit. „Die Unternehmen haben die Krise 2008/09 unter anderem auch dadurch so gut überstanden, weil solche Übergangsmaßnahmen dazu beigetragen haben, dass man seine Fachkräfte sofort zur Verfügung hatte, als die Konjunktur wieder anzog“, erklärt der AMS-Geschäftsführer.

Anstieg bei 20- bis 25-Jährigen

Während man bei den Arbeitslosen unter 20 Jahren einen spürbaren Rückgang um 8,8 Prozent verzeichnen konnte, gibt es bei den 20- bis 25-Jährigen mit plus 5,6 Prozent eine starke Zunahme – trotz starker Ausweitung der Schulungsmaßnahmen.

„Zum einen hängt das von der Zwischensaison im Tourismus ab – eine Branche, in der viele dieser Altersgruppe beschäftigt sind. Auf der anderen Seite kommen sie oft von Militär- oder Zivildienst, Schule oder Universität zurück und tun sich aufgrund fehlender Praxiserfahrung immer schwerer, einen entsprechenden Job zu finden“, erklärt Strini. Der Markt gebe momentan für diese Altersgruppe recht wenig her. Ein Zusammenhang mit Beruf oder Herkunft sei nicht festzustellen. Hier gebe es keine Auffälligkeiten. Man sei aber dabei, die Hintergründe genauer zu erforschen.

Hilfsarbeiter als Verlierer

Auch die ungünstige Entwicklung für Arbeiter in Hilfsberufen setze sich weiter fort. Langfristig seien die Geringqualifizierten die Verlierer am Arbeitsmarkt. Die Zahl der arbeitslosen Hilfsarbeiter ist um 8,4 Prozent gestiegen. Dynamisch, was Einstellungen und Kündigungen betrifft, entwickelt sich auch die Metall- und Elektrobranche. Hier steigt die Arbeitslosigkeit, zugleich aber auch die Anzahl an freien Stellen. Anton Strini führt das darauf zurück, dass Firmen zum Teil Belegschaftsstände erneuern. Das heißt, man stellt gute Kräfte ein und kündigt die weniger guten.

Weniger Arbeitslose gibt es währenddessen in den Handels- und Gesundheitsberufen. Hier ist die Beschäftigungssituation deutlich günstiger als im Vorjahr.

Anstieg setzt sich fort

Für das Gesamtjahr 2012 rechnet Strini mit einem zusätzlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent. Auch für 2013 werde der Anstieg zwischen zwei und drei Prozent bzw. zwischen 250 und 300 Arbeitslosen mehr betragen, solange das Wirtschaftswachstum auf dem Niveau bleibe. Für eine sinkende Arbeitslosigkeit bräuchte es ein Wirtschaftswachstum von mindestens zwei bis zweieinhalb Prozent, so Strini.

Die Unternehmen halten vermehrt Ausschau nach Alternativen. Die Anfragen zu Kurzarbeit nehmen zu.

Anton Strini