Industrie will schneller handeln können

Markt / 03.12.2012 • 19:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Reform der Kurzarbeit: IV einverstanden, hofft aber auf mehr Schnelligkeit.

Wien. Die Industriellenvereinigung (IV) ist mit der am Sonntag veröffentlichten Reform der Kurzarbeit grundsätzlich einverstanden, befürchtet jedoch, dass die Unternehmen bei Bedarf zu wenig schnell handeln können. „2009 hat’s zu lange gedauert, ich hoffe, dass es diesmal schneller, innerhalb von Tagen, gehen kann“, sagte IV-Präsident Georg Kapsch gestern im Klub der irtschaftspublizisten. „Jeder Monat mehr kostet Geld und letztlich Beschäftigung.“

Wie berichtet übernimmt der Staat ab 2013 die Sozialversicherung für die Kurzarbeiter nicht erst ab dem siebenten, sondern bereits ab dem fünften Monat, im Fall von Qualifizierungsmaßnahmen sogar schon früher. Um schneller reagieren zu können, will die IV die Entscheidung über die Einführung von Kurzarbeit von der Sozialpartner- auf die Betriebsebene verlagern. „Wir haben nie verlangt, dass die Unternehmer allein die Entscheidung treffen sollen, diese müsste ohnedies immer gemeinsam mit dem Betriebsrat fallen.“ Kapsch wollte sich auf keine Schätzung einlassen, welcher Level in der gerade beginnenden Konjunkturkrise erreicht werden wird. Der Ausgangspunkt sei heute aber schlechter als vor drei Jahren. Damals sei man aus einer Zeit der Hochkonjunktur und der Überbeschäftigung gekommen, Zeitguthaben seien (aus Sicht der Arbeitnehmer) stark positiv gewesen. Das sei heute nicht mehr der Fall.

Aktuell befinden sich laut Sozialministerium 31 Betriebe mit 2821 Beschäftigten in Kurzarbeit. Am Höhepunkt der Krise 2009 waren in Österreich mehr als 60.000 Arbeitnehmer von der Regelung betroffen gewesen.

Nach IV-Rechnung hat die Maßnahme 2008/09 insgesamt 450 Millionen Euro gekostet, wovon die Unternehmen zwei Drittel gezahlt haben sollen (114 Mill. die öffentliche Hand und 41 Millionen die Arbeitnehmer). Diese Kalkulation wird sich durch die Neuregelung um „ein paar Millionen“ zugunsten der Unternehmen und zu Lasten des Staates verschieben.