„Der Franken-Kurs wird weiterhin hoch bleiben“

Markt / 12.12.2012 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Daniela Steinbrink Mattei, Ökonomin der UBS in Zürich, gab einen Ausblick auf die Finanzmärkte 2013. Foto: VN
Daniela Steinbrink Mattei, Ökonomin der UBS in Zürich, gab einen Ausblick auf die Finanzmärkte 2013. Foto: VN

UBS-Ökonomin sieht für 2013 verhaltene Inflation und eine verstärkte Attraktivität der Schwellenländer.

Schwarzach. (VN-reh,ee) Kei­ne Entwarnung gibt es für die Schweizer-Franken-Kreditnehmer. Der Kurs wird auch 2013 unverändert zum Euro bei rund 1,21 bleiben. Diese Ansicht vertritt Daniela Steinbrink Mattei, Ökonomin der Schweizer Großbank UBS in Zürich, als Gast in der VN-Redaktion. Das Festhalten der Schweizer Nationalbank an der Untergrenze sei wichtig, um das Risiko für Wachstum und Preisstabilität in der Schweiz niedrig zu halten.

Währungen mit Potenzial

Für Anleger empfiehlt die Ökonomin als Währungen mit Aufwertungspotenzial das Britische Pfund, die Norwegische bzw. Schwedische Krone und den Kanadischen Dollar. Längerfristig seien auch südostasiatische Währungen interessant. Währungen von Schwellenländern hätten ein attraktives Risiko-Rendite-Profil. Bei Aktien wiederum stellen sich solche aus Schwellenländern und den USA als attraktive Möglichkeit dar. In den Schwellenländern sei auch die Kreditqualität in den letzten Jahren gestiegen. Zudem sei hier ein zusätzlicher Renditeaufschlag gegeben.

Verhaltene Inflation

Bei der Inflation rechnet Steinbrink Mattei im nächsten Jahr mit einer verhaltenen Entwicklung. In den nächsten drei bis fünf Jahren werde sie allerdings auf über zwei bis zweieinhalb Prozent steigen. Bei der Zinsentwicklung sieht sie eine steigende Tendenz, die bereits eingesetzt habe.

Sorgen um Griechenland

Wie Steinbrink Mattei weiter ausführte, werde sich das gesamteuropäische Wachstum bei drei Prozent einpendeln. Die positive Überraschung soll dabei Italien, die Enttäuschung Spanien sein. Für Deutschland und Österreich hält sie ein Wachstum von etwas unter einem Prozent für realistisch.

Für Griechenland sieht die Expertin für 2013 ein Verbleiben in der Eurozone. In den nächsten drei Jahren werde das Land allerdings mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent die Eurozone verlassen. Auch ein weiterer Schuldenschnitt für das Land werde wohl unvermeidlich sein.

Franken als Fluchtwährung

René Emerich von der UBS- Niederlassung in Wien (ein zweiter Standort befindet sich in Salzburg) berichtet von einer steigenden Nachfrage der Österreicher nach Anlagemöglichkeiten in Schweizer Franken. Diese schwanke je nach der krisenhaften Entwicklung in der Eurozone. Das Interesse an Franken-Krediten habe hingegen spürbar nachgelassen.

Der Franken sei für viele Anleger ein wichtiges Paral­lelstandbein, an dem man festhalte. In Österreich sei die UBS seit 2003 stetig gewachsen, zuletzt allerdings nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Zu den Geschäftsfeldern gehört vor allem das Private und Investment Banking. Beschäftigt werden 60 Mitarbeiter.