Aktien im Vergleich zu Anleihen sehr günstig

Markt / 14.12.2012 • 20:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Stefan Schmitt
Stefan Schmitt

schwarzach. Die Bewertung von US-Staatsanleihen war historisch betrachtet zumeist höher als diejenige von Aktien. Im Durchschnitt seit 1871 lag das „Kurs-Gewinn-Verhältnis“ zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen bei gut 25. Das Aktien-KGV lag im Mittel hingegen nur bei knapp 15. Dabei übertraf das Renten-KGV die Bewertung des Aktienmarktes in insgesamt 111 der betrachteten 141 Jahre. Diese Erkenntnis dürfte für die meisten Anleger eher fremd sein, weil die gängigen, kürzeren Zeitreihen meist ein anderes Bild zeichnen. Der Umstand, dass Aktien aktuell günstiger bewertet sind als Anleihen ist – für sich genommen – also nichts besonderes. Das Ausmaß der Unterbewertung ist derzeit allerdings auffällig hoch. Waren Aktien Ende 1999, auf dem Gipfel der „Dotcom-Euphorie“, noch mit einem um 14 Zähler höheren KGV bewertet als Staatsanleihen, beträgt der Bewertungsabschlag des Aktienmarktes nun fast 39 Punkte, also knapp das Vierfache des durchschnittlichen Abschlags. Ob Aktien ein höheres KGV besaßen als Renten, oder ob diese einen unterdurchschnittlichen Bewertungsabschlag gegenüber Renten aufwiesen, spielte für ihre Entwicklung keine Rolle. In beiden Fällen lag die durchschnittliche reale Performance in den darauffolgenden zehn Jahren bei
6 %. Als Fazit sollte die massive relative Unterbewertung von Aktien gegenüber dem Rentenmarkt deren Attraktivität deutlich erhöhen und in diesem Umfeld die Aktien gegenüber Staatsanleihen „outperformen“.

stefan.schmitt@hypovbg.at
Stefan Schmitt, Leiter Private Banking Plus, Hypo Landesbank