Nach der China-Expansion rutscht Wolford in die Verlustzone

Markt / 14.12.2012 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Ergebnis des Wäscheherstellers belastet – hohe Kosten für ­Ex­pansion.

bregenz. Der Einstieg in den chinesischen Markt zehrt am Ergebnis des Vorarlberger Strumpf- und Wäscheherstellers Wolford. Im ersten Halbjahr 2012/13 (Mai bis Oktober) rutschte das börsennotierte Unternehmen sowohl operativ als auch unter dem Strich in die Verlustzone. Der Nettogewinn drehte von plus 1 Million Euro im Halbjahr 2011/12 auf -1,07 Mill. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) war mit 0,68 Mill. Euro (nach +2,72 Mill. Euro) ebenfalls negativ.

Seit nunmehr eineinhalb Jahren versucht Wolford, in Asien Fuß zu fassen. Eine Tochterfirma wurde gegründet, Partner akquiriert. Der Einstieg verläuft jedoch schleppend, derzeit sind die Bregenzer dort mit sechs Shops vertreten. Fünf Partner habe man in der „Pipeline“, so Wolford-Chef Holger Dahmen. Demnächst soll in Schanghai eine eigene Distribution aufgebaut werden.

Höhere Mietaufwendungen

Neben der China-Expansion wirkten sich unter anderem auch deutlich höhere Mietaufwendungen, zusätzliche Werbungskosten sowie höhere Zölle negativ auf das Ergebnis aus, sagte Wolford-Finanzvorstand Thomas Melzer. Der Umsatz hingegen wuchs um 4 Prozent auf 76,59 Mill. Euro – teils aufgrund neuer Standorte, teils organisch.

Während Wolford in den wichtigsten Märkten Deutschland, USA (+15,5 Prozent) und Frankreich (+10,6 Prozent) kräftige Umsatzzuwächse erzielte, gingen die Erlöse am Heimatmarkt Österreich um 3,6 Prozent zurück. Verantwortlich dafür ist laut Dahmen der Umbau am Flughafen Wien-Schwechat (Stichwort Skylink). „Durch das neue Flughafenregime haben wir enorme Einbußen“, beklagte Dahmen. „Dort, wo unsere Boutique ist, haben sie eine Sackgasse gemacht und die Passagiere umgeschleust. Früher waren wir mitten im Traffic“, so der Wolford-Chef. Der Shop am Flughafen sei der beste und größte in Österreich gewesen. Auch in Italien und Spanien lief es für Wolford im Halbjahr schlecht.

Impulse erhofft sich der Strumpfkonzern nun auch durch das anziehende Weihnachtsgeschäft. Traditionell ist das dritte Quartal, bei Wolford von November bis Jänner, am wichtigsten. Für das Geschäftsjahr gehen die Vorstände von einem Umsatzwachstum und einem positiven operativen Ergebnis aus, das aber voraussichtlich unter dem Wert von 2011/12 liegen werde, heißt es weiter.

Fakten

Wolford AG

Halbjahres-Ergebnis (Mai bis Oktober)

» Umsatz: 76,59 Mill. Euro (plus 4 Prozent)

» Nettogewinn: -1,07 Mill. Euro

» Ebit: -0,68 Mill. Euro

» Mitarbeiter: 1611 (minus 60)