Steuertipps für alle Steuerpflichtigen zum Jahresende

Markt / 16.12.2012 • 20:23 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Steuerexperte Dr. Peter Bahl gibt am Mittwoch wertvolle Tipps.
Steuerexperte Dr. Peter Bahl gibt am Mittwoch wertvolle Tipps.

Wie man heuer noch Steuern spart. Experte gibt am Mittwoch Tipps am Telefon.

rankweil. Die Sonderausgaben noch bis Ende 2012 bezahlen. Die üblichen (Topf-)Sonderausgaben (Prämien für Kranken-, Unfall- und Lebensversicherung, Rückzahlungen für Wohnraumschaffung, Rechnungen für Sanierungen) können nur dann 2012 steuerlich verwertet werden, wenn diese noch heuer bezahlt werden. Für Alleinverdiener oder Alleinerzieher verdoppelt sich der Höchstbetrag von 2920 € auf 5840 €. Ab drei Kindern erhöht sich dieser Betrag nochmals um 1460 € pro Jahr. Allerdings wirken sich die Topf-Sonderausgaben nur zu einem Viertel einkommensmindernd aus. Ab einem Einkommen von 36.400 € vermindert sich der Betrag kontinuierlich bis zu einem Einkommen von 60.000 €, ab dem überhaupt keine Topf-Sonderausgaben mehr zustehen.

Ohne Höchstbetragsbegrenzung, unabhängig vom Einkommen und neben dem Sonderausgabentopf sind etwa Nachkäufe von Pensionsversicherungszeiten, freiwillige Weiterversicherungsbeiträge in der Pensionsversicherung und Steuerberatungskosten absetzbar. Die Kirchenbeiträge sind seit 2012 neu mit einem jährlichen Höchstbetrag von 400 € (statt 200 €) begrenzt.

Die Spendenbegünstigung wurde ab 2012 nochmals erweitert. Es können zusätzlich Spenden an Organisationen, die sich dem Umwelt-, Natur- und Artenschutz widmen, an Tierheime und freiwillige Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände abgesetzt werden. Weiterhin können auch Spenden an mildtätige Organisationen, an Organisationen für Entwicklungszusammenarbeit und Spenden für Forschungsaufgaben und der Erwachsenenbildung abgesetzt werden. Neu ist, dass ab 2012 die Spenden an alle begünstigten Spendenempfänger nur mehr bis 10 % des Vorjahreseinkommens steuerlich gelten, wobei schon betriebliche Spenden auf diese Grenze angerechnet werden. Bei Privaten werden nur Geldspenden und keine Sachspenden anerkannt. Spenden müssen mit Zahlungsbeleg nachgewiesen werden.

» Auch außergewöhnliche Belastungen wie z. B. Ausgaben für Krankheiten und Behinderungen oder medizinisch notwendige Kuraufenthalte können, soweit sie von der Versicherung nicht gedeckt werden, auch nur im Jahr der Bezahlung abgesetzt werden. Steuerwirksam werden solche Ausgaben erst dann, wenn sie insgesamt einen vom Einkommen und Familienstand abhängigen Selbstbehalt übersteigen. Der Selbstbehalt beträgt maximal 12 % des Einkommens. Bestimmte außergewöhnliche Belastungen wie für behinderte Kinder oder bei Katastrophenschäden sind ohne Kürzung um einen Selbstbehalt absetzbar. Auch bei einer Betreuung zu Hause sind die damit verbundenen Aufwendungen wie bei einer Betreuung im Pflegeheim ab Bezug von Pflegegeld der Stufe 1 ohne Selbstbehalt abzugsfähig. Diese Kosten sind jedoch um erhaltene Zuschüsse wie z. B. das Pflegegeld zu kürzen.

» Betreuungskosten für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr (bei behinderten Kindern bis zum sechzehnten Lebensjahr) können ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt bis zu einem Betrag von 2300 € pro Kind und Jahr steuerlich abgesetzt werden (abzüglich des eventuell vom Arbeitgeber geleisteten steuerfreien Zuschusses von 500 €). Neben den unmittelbaren Betreuungskosten können auch Verpflegungskosten, Bastelgeld und Kosten für Kurse geltend gemacht werden, nicht aber das und die Kosten für den Nachhilfeunterricht.

» Neu eingeführt wurde die Besteuerung von Wertzuwächsen bei Aktien und sonstigen Kapitalanlagen. Für alle Verkäufe seit dem 1. 4. 2012 fällt für neu angeschaffte Papiere (Aktien und Fonds seit 1. 1. 2011, Anleihen und Derivate seit 1. 4. 2012) die neue Wertpapiergewinnsteuer

von 25 % an. Um die mögliche Verlustverrechnung optimal auszunutzen, können Spekulationsverluste bei Aktien realisiert werden und mit Substanzgewinnen, Dividenden oder Anleihezinsen (nicht aber Sparbuchzinsen) gegenverrechnet werden.

» Bei Verlustbeteiligungsmodellen können lediglich Bauherrenmodelle mit sofortiger Begründung von grundbücherlichem Miteigentum an der Liegenschaft, Anmerkung der beabsichtigten Wohnungseigentums-begründung und einer Bauzeit-Bankgarantie für die Baukosten eine gewisse Sicherheit für das eingesetzte Kapital geben.

» Die Prämien für Zukunftsvorsorge und für Bausparen wurden 2012 halbiert. Wer als aktiv Erwerbstätiger heuer noch mindestens 2329,88 € in die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge investiert, erhält für 2012 die mögliche Höchstprämie von 4,25 % (rund 99 €). Die Bausparprämie wurde erst ab 1. 4. 2012 von 3 % auf 1,5 % gekürzt, was einer durchschnittlichen Prämie in 2012 von 1,875 % entspricht. Für den maximal geförderten Einzahlungsbetrag von 1200 € pro Jahr gibt das eine staatliche Prämie von 22,50 €.