BAWAG-Prozess: Freispruch für Flöttl

Markt / 18.12.2012 • 19:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sechs von sieben Angeklagten wegen mangelnden Schädigungsvorsatzes freigesprochen.

Wien. Im zweiten BAWAG-Strafprozess hat das Schöffengericht heute sechs von sieben Angeklagten freigesprochen. Lediglich Ex-­BAWAG-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger, der im ersten Prozess ein Teilgeständnis abgelegt hatte, wurde zu einem Monat bedingter Haft verurteilt. Der Spekulant Wolfgang Flöttl, Ex-BAWAG-Generalsekretär Peter Nakowitz, die früheren Bankvorstände Hubert Kreuch, Josef Schwarzecker und Christian Büttner sowie der Wirtschaftsprüfer Robert Reiter erhielten Freisprüche.

Richter Christian Böhm begründete die Freisprüche des Schöffensenats damit, dass bezüglich des Anklage­vorwurfs der Untreue der Schädigungsvorsatz der Bank gegenüber gefehlt habe, die subjektive Tatseite sei also nicht vorhanden gewesen. Elsner und Zwettler hätten die übrigen Beteiligten getäuscht, bei den verlustreichen Spekulationen Flöttls mit BAWAG-Geldern und der Vertuschung der Verluste hätten die anderen auf Elsners Angaben vertraut. Zu Flöttls Pflichten gehöre es nicht, dass er überprüfe, ob die Bank ihm so viel Geld für Spekulationsgeschäfte überhaupt überlassen durfte.

Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner ist rechtskräftig zu zehn Jahren Haft verurteilt, dessen Nachfolger an der Bankspitze, Johann Zwettler, zu fünf Jahren Haft. Beide sind derzeit aus gesundheitlichen Gründen vollzugsuntauglich. Elsner hat bisher viereinhalb Jahre Haft abgesessen.