Dem Ärztemangel entgegenwirken

Markt / 28.12.2012 • 10:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ausbildungsmaßnahmen und Entlastungen für Turnusärzte sind Anreize für eine Karriere im Krankenhaus.
Ausbildungsmaßnahmen und Entlastungen für Turnusärzte sind Anreize für eine Karriere im Krankenhaus.

Gehaltsreform und Kaderarztsystem sollen den Beruf attraktiver machen.

Als Personalchef der KHBG sind Sie seit 1993, zusammen mit den Personalverantwortlichen der fünf Landeskrankenhäuser, für insgesamt 3500 Mitarbeiter verantwortlich. Wie hat sich die Situation am Arbeitsmarkt verändert?

schuler: Hier hat sich vieles verändert. Wir sind heute damit konfrontiert, dass wir in einzelnen medizinischen Berufen einen Mangel haben, speziell bei den Ärzten. Hier müssen wir aktiver und früher auf potenzielle Kandidaten zugehen. Das beginnt bereits bei Praktikumsplätzen, bei denen Interessenten das erste Mal mit den Landeskrankenhäusern in Kontakt kommen.

Müssen Unternehmer immer bessere Bedingungen schaffen?

schuler: Wenn wir die besten Arbeitskräfte wollen, müssen wir auch beste Bedingungen bieten. Hier haben wir in den letzten Jahren viel getan. Dazu gehört die Gehaltsreform, die im Juli 2013 in Kraft tritt, und auch Ausbildungsmaßnahmen für Turnusärzte, wie etwa die Entlastung von administrativen Tätigkeiten, die wir flächendeckend in allen Krankenhäusern umgesetzt haben.

Top-Mitarbeiter im medizinischen Bereich sind rar. Was sind Anreize bei der KHBG?

schuler: Wir bieten viel, gerade für Berufseinsteiger. Um darüber zu informieren, sind wir auf vielen Ebenen aktiv. Das reicht von Informationsveranstaltungen im Land bis zur Messe für Turnusärzte in Wien. Wir bieten auch das „Frühstück mit dem Chefarzt“ an, bei dem sich zukünftige Turnusärzte über die Ausbildung an den Landeskrankenhäusern informieren können.

Was tun Sie gegen Fluktuation?

schuler: Das umfasst viele Maßnahmen von der Gehaltsreform über Kinderbetreuung bis zum österreichweit einzigartigen Kaderarztsystem, mit dem wir Nachwuchsführungskräfte aufbauen und ihnen Kar-riereperspektiven bieten.

Was für Weiterbildungsmöglichkeiten existieren?

schuler: Gerade im medizinischen Bereich ist es entscheidend, auf dem neuesten Stand zu sein. 2012 konnten wir bei den Ausbildungsärzten zusätzliche finanzielle Mittel für die Fortbildung zur Verfügung stellen. In der Pflege bieten wir im Rahmen der Krankenpflegeschule verschiedene Sonderausbildungen an. Und: In allen Landeskrankenhäusern werden regelmäßig interne Fortbildungsveranstaltungen abgehalten.

Erhalten Lehrlinge eine spezielle Ausbildung?

schuler: Ausbildung hat bei uns einen hohen Stellenwert. Da die Lehre bei Gesundheitsberufen eine untergeordnete Rolle spielt, sind bei uns jedoch andere Ausbildungen wichtiger. Das reicht von den Ausbildungsmöglichkeiten in den Krankenpflegeschulen bis zu allen Stationen der Arztausbildung, von der Famulatur bis zum Facharzt.

Welche Zuwendungen gibt es sonst noch?

schuler: Das reicht von der Kinderbetreuung in den ganztägigen Betriebskindergärten, über vergünstigte Malzeiten in der Betriebskantine bis zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Darüber hinaus bieten wir auch Personalwohnungen bzw. Hilfe bei der Wohnungssuche, wenn Bewerber nach Vorarlberg ziehen.

Wie nehmen die Mitarbeiter dieses Entgegenkommen auf?

schuler: Bei 3500 Mitarbeitern ist es kaum möglich, immer alle zufriedenzustellen. Generell ist das Feedback auf die Maßnahmen jedoch sehr gut. Das zeigt sich auch in einer aktuellen Umfrage der Ärztekammer, bei der die Turnusarzt-Ausbildung in Vorarlberg österreichweit am besten abschnitt.

Benefits

» Kinderbetreuung in ganztägigen Betriebskindergärten

» vergünstigte Mahlzeiten in der Kantine

» betriebliche Gesundheitsförderung

» Personalwohnungen bzw. Hilfe bei Wohnungssuche

» Künftige Turnusärzte können sich beim „Frühstück mit dem Chefarzt“ informieren

» Sonderausbildungen
(Krankenpflegeschule)

Zur Person

Prok. Mag. Markus Schuler

Funktion: Personalchef Vlbg. Krankenhaus-Betriebsgesellschaft mbH.

Mailadresse: markus.schuler@khbg.at

Jahrgang: 1960

Ausbildung: Handelsakademie, Studium der Betriebswirtschaftslehre

Laufbahn: in verschiedenen Unternehmen tätig, ab 1993 in der Vlbg. Krankenhaus-Betriebsgesellschaft mbH. als Personalchef tätig

Familie: in Partnerschaft

Homepage Firma: www.khbg.at