Industriellenvereinigung: Kurzarbeit wird für Betriebe ein großes Thema

Markt / 06.01.2013 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Laut Industriellenvereinigung hat die Kurzarbeit 2009 insgesamt 454 Millionen Euro gekostet. Foto: VN/Hofmeister
Laut Industriellenvereinigung hat die Kurzarbeit 2009 insgesamt 454 Millionen Euro gekostet. Foto: VN/Hofmeister

Blitzumfrage: Ein Fünftel der Betriebe rechnet mit Kurzarbeit. In Vorarlberg kaum Thema.

Wien, Schwarzach. (apa, VN-reh) Die Industriellenvereinigung hat in einer Blitzumfrage ihre Mitgliedsfirmen befragt. Das Ergebnis: Für 20 Prozent ist heuer die Kurzarbeit großes Thema. Ebenso fast ein Fünftel (18 Prozent) der Betriebe überlegt, Investitionen hintanzustellen. „Wie viele Unternehmen wie viele Mitarbeiter tatsächlich in Kurzarbeit schicken müssen, steht aber in den Sternen“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Würden die Regelungen für Kurzarbeit – die 75 Prozent der befragten Unternehmen als zu teuer bezeichneten – weiter verbessert, so würde Kurzarbeit gar für 95 Prozent dieser Firmen zum Thema werden.

Flexibilität sehr wichtig

Flexibilität in der Kurzarbeit sei für die Betriebe ein „Megathema“, so Neumayer. Die Modellverlängerung sei „grundsätzlich gut“ gewesen. „Jede Firma muss selbst über den Schritt zur Kurzarbeit entscheiden können.“ Das deutsche Modell sei aber auch interessant, weil „dort nicht auf übergeordneter Ebene eine sozialpartnerschaftliche Vereinbarung notwendig ist“, sagte Neumayer.

In Sachen Arbeitszeitflexibilität braucht es für Neumayer längere Durchrechnungszeiträume: „Die meisten Unternehmen wünschen sich Durchrechnungszeiträume

über zwei Jahre oder noch besser über ganze Konjunkturzyklen.“ Es wäre „extrem geholfen, würde sich die Gewerkschaft hier bewegen“. Die Arbeitszusatzkosten sollen laut Neumayer im Rahmen einer großen Steuerstrukturreform gesenkt werden. „Den Arbeitnehmern muss mehr im Börserl bleiben.“

In Vorarlberg kaum Thema

Währenddessen ist das Thema Kurzarbeit in Vorarlberg laut dem AMS kaum Thema. Gab es Anfang Dezember noch verstärkt Nachfragen, zeigt sich die Situation heute anders. „Viele haben sich informiert, um bei Bedarf eine Möglichkeit zu haben. Vor Weihnachten gab es keine Anfragen mehr. Es hängt jetzt natürlich stark von der Auftragslage ab“, so der stv. Leiter Bernhard Bereuter gegenüber den VN.

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