Mehr Geld im neuen Jahr

Markt / 11.01.2013 • 11:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine Gehaltserhöhung zu verhandeln erfordert Fingerspitzengefühl.
Eine Gehaltserhöhung zu verhandeln erfordert Fingerspitzengefühl.

Wer vom Chef mehr Geld möchte, sollte gut vorbereitet in die Verhandlungen gehen.

Gehaltserhöhung. (VN-cro) Gehaltsverhandlungen gehören zum Berufsleben wie Bewerbungen, Meetings und Präsentationen. Oft ist genau dieses Gespräch aber das schwierigste und es sollte dabei auch einiges beachtet werden. Eine gute Vorbereitung ist daher das Um und Auf. Denn ohne gute Argumente wird die Forderung ins Leere gehen. Am besten man legt sich schon vorher eine Liste mit überzeugenden Argumenten zurecht. Dazu gehören Erfolge, aber auch besondere Merkmale, wodurch man sich von den Kollegen abhebt. Und eine Frage sollte dabei im Hinterkopf behalten werden: „Warum habe ausgerechnet ich mehr Gehalt verdient?“ Gut ist es auch, wenn vorab die Projekte skizziert werden, die man in Zukunft angehen möchte und einige Stichworte dazu festhält, in welcher Rolle man sich in der eigenen Abteilung sieht. Schließlich sollte der Chef erkennen können, dass eine Gehaltserhöhung auch für ihn mehr Nutzen bringt. Außerdem bedeutet mehr Geld auch mehr Motivation. Wenn man das im Gespräch vermitteln kann, hat man schon gewonnen. Hier noch einige Tipps fürs Verhandlungsgespräch.

Lieber hoch pokern

„Ehrlichkeit ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr. . .“ Dieser Spruch könnte für Gehaltsverhandlungen erfunden worden sein. Denn wer einen bestimmten Betrag fordert, bekommt ganz sicher eines: weniger! Darum gilt: Die Forderung sollte deutlich über dem Betrag angesetzt werden, den man tatsächlich will. Wer 500 Euro fordert, hat gute Chancen, dass er 300 bekommt. Wer dagegen mit 300 einsteigt, findet sich eher bei 150 wieder.

Nutzwert für den Chef

Natürlich kann man dem Chef erzählen, warum das Geld gerade jetzt gebraucht wird. Etwa weil man gebaut hat oder weil der Ölpreis steigt. Interessiert ihn das? Nein! Der Chef will hören, was er und die Firma von der Gehaltserhöhung hätten. Also nicht von eigenen Interessen sprechen, sondern von denen der Firma. Am besten man zeigt auf, welche Vorteile die Arbeit der Firma bringt. Die rhetorische Erfolgsfigur: „Ich habe auf meiner Seite der Waage bei der Leistung nachgedacht (Beispiele!) – nun erwarte ich eine Anpassung auf der Gehaltsseite.“ Wichtig: niemals von Erhöhung sprechen, sondern nur von Anpassung.

Drohung geht nach hinten los

Die verbale Pistole kommt in Gehaltsverhandlungen oft zum Einsatz. Sie funktioniert in etwa so: „Entweder mehr Gehalt – oder ich bin weg.“ In diesem Fall wird der Chef auf Stur schalten und man muss tatsächlich gehen. Besser ist es, wenn man einen diplomatischen Weg einschlägt und von „Marktwert“ spricht – da schwingt schon mit, dass man sich umgeschaut hat. Diesem sanften Druck kann sich Ihr Chef beugen, ohne dass er sein Gesicht verliert.

Reiz von Zusatzleistungen

Geht es in einer Gehaltsverhandlung nur um Gehalt? Nein, es geht darum, dass man mehr Geld in der Tasche haben will. Und das kann auch in anderen Formen fließen – zum Beispiel als Prämie, als Provision, als Bonus oder als Gratifikation. Darum sollte nicht nur übers Grundgehalt gesprochen, sondern dem Chef durch alternative Vergütungen eine Brücke gebaut werden. Denn wenn er „Nein“ zu mehr Gehalt gesagt hat, kann er zum Beispiel einer Prämie immer noch zustimmen.