Rentenmärkte stehen kräftig unter Druck

Markt / 11.01.2013 • 21:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Monika Rosen
Monika Rosen

wien. Die Börsen feierten die Einigung in letzter Sekunde im US-Budgetstreit mit einem Kursfeuerwerk, das in den ersten Jänner-Tagen alle überraschte. An den Rentenmärkten fiel das Urteil deutlich nüchterner aus. Immerhin entgeht Amerika durch die Einigung heuer wahrscheinlich einer Rezession. Findet der Kongress nun auch einen Kompromiss bei der Anhebung der Schulden­obergrenze, könnte das Wachstum zusätzlich profitieren, da eine Quelle der Unsicherheit wegfällt, die viele Unternehmensentscheidungen derzeit noch lähmt. All das ist gut für die US Konjunktur, aber schlecht für die Preise der Staatsanleihen, die zu Jahresbeginn 2013 stark unter Druck kamen. US-Staatsanleihen hatten in den ersten Handelstagen des noch jungen Jahres den schlechtesten Start seit 2009. Grund dafür ist einerseits eine nachlassende Risikoaversion, die dazu führte, dass zu Jahresbeginn mehr Geld in den Aktienmarkt floss und die Flucht in den sicheren Hafen der Staatsanleihen nicht mehr ganz so vordringlich schien. Aber auch die Meldung der US-Notenbank, man überlege, den Ankauf von Staatsanleihen bereits heuer zu drosseln oder gar zu beenden, dämpfte die Nachfrage nach Treasuries. Möglicherweise endet damit der langjährige Trend des stetigen Rückgangs der Renditen auf Staatsanleihen der Kernmärkte.

Mag. Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin, Bank Austria Private Banking, monika.rosen-philipp@unicreditgroup.at