Vorarlberg nicht mehr teuerstes Spritland

Markt / 14.01.2013 • 22:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tirol hat Vorarlberg im Negativ-Ranking der teuersten Sprit-Bundesländer 2012 überholt. Am West-Ost-Gefälle hat sich nichts geändert. Foto: vn
Tirol hat Vorarlberg im Negativ-Ranking der teuersten Sprit-Bundesländer 2012 überholt. Am West-Ost-Gefälle hat sich nichts geändert. Foto: vn

Tirol hat Vorarlberg im Negativ-Ranking überholt. Preisniveau auch 2013 hoch.

Schwarzach. 2012 war das teuerste Spritjahr der Geschichte. Das zeigt die Treibstoffpreisanalyse der Arbeiterkammer. Besonders tief mussten die Autofahrer im Westen Österreichs in die Tasche greifen. „Es gibt traditionell ein starkes West-Ost-Gefälle“, so AK-Energieexperte Dominik Pezenka zu den VN. So lag Vorarlberg im Ranking der teuersten Sprit-Bundesländer in den letzten Jahren meist an der Spitze. „2012 ist in Tirol das Preisniveau deutlich nach oben gegangen“, erklärt der Experte. Im Schnitt kostete Eurosuper im Nachbarbundesland 1,471 Euro, Diesel 1,465 Euro. In Vorarlberg waren durchschnittlich 1,426 (Eurosuper) bzw. 1,438 (Diesel) fällig. „Tirol und Vorarlberg weichen deutlich vom Bundesländer-Schnitt ab“, so Pezenka weiter. Die beiden westlichen Bundesländer würden das Gesamt-Preisniveau heben.

Konkurrenzsituation

Dass Vorarlberg im negativen Preis-Ranking der Bundesländer nicht mehr an oberster Stelle steht, hat für Jürgen Wagner vom ÖAMTC Vorarlberg mit der Konkurrenz durch Diskonter-Tankstellen zu tun. „Diskonter haben sicher etwas bewirkt. In ihrer Nähe haben die Großen die Preise auf ein bis zwei Cent je Liter angepasst.“ Echte Preisbrecher, die die Markentankstellen fordern, gebe es aber im Land keine, erklärt Wagner.

Die Konkurrenzsituation zeigt sich in der AK-Analyse bei den Preisbandbreiten zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter. In keinem anderen Bundesland sind die Preisunterschiede so klein wie in Vorarlberg. Mit Abweichungen von 5,40 Prozent bei Eurosuper bzw. 6,04 Prozent bei Diesel liegen Vorarlberger Tankstellen deutlich enger beieinander als in anderen Bundesländern. So beträgt die Preisbandbreite etwa in Wien bei Eurosuper 22,57 Prozent, bei Diesel 19,42 Prozent. Für den AK-Experten liegen die Gründe in einer geringen Tankstellendichte und einer räumlichen Häufung der Tankstellen. So komme es zu einem sehr ähnlichen Preisniveau.

Große Unterschiede

Große Unterschiede lassen sich zwischen den Preisen vor Mittag und nach 12 Uhr erkennen. In Vorarlberg betrug die Preisdifferenz 2012 bei Eurosuper durchschnittlich 3,269 Cent, bei Diesel 3,185 Cent. „Es sind mehrheitlich Markentankstellen, die häufige Preisänderungen machen“, erklärt Dominik Pezenka. Diskonter hingegen würden teils mehrere Tage die Preise unverändert belassen.

Die hohen Preisunterschiede während eines Tages sind in den Augen des ÖAMTC nicht gerechtfertigt. „Am späten Vormittag tankt man am günstigsten. Für Berufstätige ist dies aber ein sehr ungünstiger Zeitpunkt“, so Wagner weiter.

Und was bringt das Spritjahr 2013? Während AK-Experte Pezenka keine Prognose abgeben will, glaubt Jürgen Wagner an Preise auf weiterhin hohem Niveau ohne große Schwankungen „weder nach oben, noch nach unten“.

Preisunterschiede

Differenz in Cent vor bzw. nach 12 Uhr

Super Diesel

Kärnten: 2,274 2,883

Niederösterreich: 2,762 2,625

Oberösterreich: 1,272 1,050

Salzburg: 2,715 2,761

Steiermark: 5,369 4,835

Tirol: 2,344 2,164

Burgenland: 0,900 1,000

Vorarlberg: 3,269 3,185

Wien: 5,069 4,873

Österreichschnitt: 3,335 3,186