In der richtigen (Seil-)Bahn

Markt / 23.01.2013 • 21:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lehrlingsbeauftragter Bernd Netzer blickt Lisa Fiel genau über die Schulter, ob auch alles perfekt passt. FOTOS: VN/HOFMEISTER
Lehrlingsbeauftragter Bernd Netzer blickt Lisa Fiel genau über die Schulter, ob auch alles perfekt passt. FOTOS: VN/HOFMEISTER

Lisa Fiel hat sich für eine Lehre als Seilbahn­technikerin ent­schieden.

ST. GALLENKIRCH. Das junge und hübsche Gesicht von Lisa Fiel strahlt eine ungezwungene Fröhlichkeit aus. Das zierliche Äußere des 16-jährigen Teenagers scheint wie ein Kontrast zur festen Arbeitskleidung, hinter der eine zarte Person hervorragt. Wüsste man es nicht, würde man es kaum glauben, dass hier eine angehende Seilbahntechnikerin am Werk ist.

Die aus Gortipohl stammende Montafonerin absolviert ihr erstes Lehrjahr in diesem noch jungen Beruf. Erst seit 2008 wird speziell ausgebildet, die Silvretta-Montafon Bergbahnen AG war von Anfang an dabei. Mittlerweile haben die ersten Lehrlinge ihren Abschluss bereits in der Tasche. Lisa Fiel hingegen steht am Anfang ihrer Laufbahn als „Lift-Girl“. Ein zugegeben etwas flapsiger Ausdruck, der mehr ein kleines Wortspiel sein soll, für eine Tätigkeit, die noch vor Kurzem als reine Männerdomäne galt. „Vor fünf Jahren gab es auch noch keine Frauen am Lift, mittlerweile hat sich das jedoch geändert“, drückt Lehrlingsbeauftragter Bernd Netzer die Wandlung aus. Der Beruf, den die begeisterte Skifahrerin erlernt, ist äußerst anspruchsvoll und vereint Technik und Dienstleistung gleichermaßen.

Teamwork ist gefragt

Seilbahntechniker sind Allrounder, die zum einen Schlosser- und Elektrikerkenntnisse brauchen, zum anderen auch technisches Verständnis mitbringen, über Hangbeschaffenheit und Witterungsverhältnisse Bescheid wissen müssen, äußerst genau und zuverlässig ihre Arbeit verrichten und sich auch nicht scheuen dürfen, Liftstützen hochzuklettern. „Da wir im Tourismusbereich tätig sind, hat der Kundenservice höchsten Stellenwert“, erklärt Technik- und Einkaufsleiter Roman Sandrell. Deshalb kommt es auch stark auf das Teamwork und auf das Zusammenspiel aller Kräfte an. Für Lehrling Lisa Fiel ist gerade diese Vielseitigkeit das Spannende an ihrer Ausbildung.

Berufswunsch Kosmetikerin

So durfte sie bereits bei einer Revision, die vom TÜV durchgeführt wurde, dabei sein. Dabei wollte das zierliche Mädchen ursprünglich Kosmetikerin werden. Dass es nun doch der Lift statt Lifting wurde, bereut sie nicht. Auch wenn ihr „Make-up“ mitunter nun das Schmieröl ist, das an Händen klebt. „Mir macht es nichts aus, wenn ich dreckig werde“, hat sie ihre Karriere in die richtige (Seil-)Bahn gelenkt.

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