„Industrie muss global aufgestellt sein“

Markt / 24.01.2013 • 22:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mag. Gerald Walek zu Gast in der VN-Redaktion. Foto: vn/bem
Mag. Gerald Walek zu Gast in der VN-Redaktion. Foto: vn/bem

Österreichs Industrie­betriebe sind gut aufgestellt. Investoren wissen deren Werte zu schätzen.

SCHWARZACH. (VN-toh) 2013 war ein durchwachsenes, aber dennoch positives Börsenjahr für Österreichs Industrieaktien, die an der Wiener Börse rund 56 Prozent ausmachen. Während RHI im ATX fast die stärkste Aktie war, gerieten die Kurse der Unternehmen Lenzing und Polytec unter Druck. Wobei laut Erste-Bank-Analyst Gerald Walek Lenzing der Baumwollpreis zu schaffen machte und Polytec als Automobil-Zulieferer ohnehin einen schweren Stand gehabt hätte.

Global denken

Grundsätzlich „ist bei Industriewerten wichtig, dass diese global aufgestellt sind“, sagt Walek. Das gewinne immer mehr an Bedeutung: eine Diversifizierung und breite Aufstellung. „Diesbezüglich“, sagt Walek, „haben die österreichischen Industriebetriebe die Zeichen der Zeit erkannt.“

Ein großer Vorteil habe sich die österreichische Industrie in der Krise erarbeitet. „Während dort die Konkurrenz die Forschung und Entwicklung gestoppt hat, haben unsere Unternehmen weiter entwickelt, was ihnen jetzt zugute kommt.“ In puncto Innovation und Qualität, ist Walek überzeugt, macht man den Österreichern nichts vor.

Was ausländische Investoren zudem an österreichischen Industriebetrieben schätzen würden, sei die Verlässlichkeit. „Gerade in schwierigen Zeiten, wie 2008, habe zum Beispiel die Voestalpine bei den Verhandlungen nicht übertrieben“, so Walek. Die Partner würden das schätzen und ein langfristiges Denken erkennen.

Das sei nur möglich, wenn die Eigentümerstruktur passe und anstatt 100 Prozent Streubesitz ein stabiler Kernaktionär im Hintergrund steht – so wie es bei Industriebetrieben hierzulande vielfach der Fall ist.

„ATX noch günstig bewertet“

Für das Jahresende sieht er den ATX bei 2700 Punkten, wobei die Euro-Krise nach wie vor Thema bleiben wird. „Auch wenn die Wiener Börse im vergangenen Jahr schon über 30 Prozent gemacht hat, ist sie noch immer günstig bewertet“, sagt Walek und fügt hinzu: „Die Volatilität bleibt uns erhalten, wir müssen uns aber auch im Klaren sein, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.“

Für einen Kauf interessant befindet er aus heutiger Sicht die Werte Lenzing, Semperit und Polytec – allesamt global ausgerichtet.

Zur Person

Mag. Gerald Walek

studierte Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Universität Wien

Geboren: 1973

Laufbahn: nach Studium Tätigkeiten als Wirtschaftsprüfer und im Risikomanagement
Familie: verheiratet, 2 Kinder

Hobbies: Familie und Sport

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