Amazon im Visier des deutschen Kartellamts

Markt / 20.02.2013 • 20:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bonn. Das Bundeskartellamt prüft die Rechtmäßigkeit von Preisauflagen für Händler, die Waren über den Internet-Versandhändler Amazon anbieten. Dazu würden 2400 Händler über das Internet befragt, teilte das Kartellamt mit. Es geht dabei um die sogenannte Preisparitätsklausel bei Amazon: Händler, die die Plattform nutzen, dürften ihre Produkte nicht an anderer Stelle im Internet, etwa bei eBay, billiger anbieten, so das Kartellamt. Möglicherweise verstoße die Klausel gegen das allgemeine Kartellverbot, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Die Untersuchung habe mit der aktuellen Diskussion über die Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon nichts zu tun. Indes verliert Amazon in Deutschland Geschäftspartner. Zwei kleine Buchverlage haben dem Online-Versandhändler schon den Rücken gekehrt. Der VAT Verlag aus Mainz nahm die „erhebliche Empörung über die unglaublichen Bedingungen“ zum Anlass, den Kooperationsvertrag zu kündigen. Ein weiterer Grund für die Beendigung seien die „katastrophal schlechten Konditionen“. Zuvor hatte schon der Verlag Ch. Schroer Amazon öffentlich „adieu“ gesagt, der ebenfalls „unfaire Praktiken“ ins Treffen führte und Amazon vorwirft, an kleine Zulieferer „überzogene Rabattforderungen“ von 55 Prozent zu stellen und sich vertraglich einen „unglaublichen Skontorahmen“ einräumen zu lassen. Auch die Drogeriekette dm überdenkt nun die Zusammenarbeit mit Amazon, ebenso wie der Textilhersteller Trigema, so die „Neue Westfälische Zeitung“.