Hocheggers Konto bei der Hypo Vorarlberg

Markt / 20.02.2013 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. Der Lobbyist Peter Hochegger stand gestern erstmals in einer der zahlreichen Korruptionsaffären rund um die Telekom vor dem Richter – allerdings als Zeuge und nicht als Angeklagter. Seine Rolle in den diversen Causen wird gesondert untersucht. Hochegger hätte sich als Beschuldigter der Aussage entschlagen können, darauf verzichtete er.

500.000 Euro Prämie

Hochegger schilderte, wie ihn Telekom-Mann Gernot Schieszler im Jahr 2004 kontaktiert habe: „Peter, die Telekom braucht deine Hilfe.“ Bei einem Akquisitionsprojekt in Osteuropa müssten 500.000 Euro als „Prämie“ bezahlt werden, dies gehe aber wegen „Unvereinbarkeit“ nicht über die Telekom-Buchhaltung. Der Telekom-Vorstand habe ihn, Schieszler, damit beauftragt, das zu organisieren. Hochegger war zur „Hilfe“ für seinen wichtigsten Kunden bereit. Er erhielt von der Telekom formell einen Auftrag über 1,5 Mill. Euro, wovon er 500.000 Euro entnehmen und wieder an die Telekom zurückgeben sollte. An zwei Bargeldübergaben im Jahr 2004 könne er sich erinnern. Bei der ersten habe er die Hypo Vorarlberg kontaktiert, wo seine Valora AG damals ein Konto hatte. „Ich rief dort an: Ich brauche 250.000 oder 300.000 Euro.“ Das Geld habe er in Paketen zu je 50.000 Euro erhalten. „Ich ging dann mit mulmigem Gefühl über den Stephansplatz, hoffentlich überfällt mich niemand.“ In seiner Wohnung habe er dann Schieszler und dem mitangeklagten Josef Trimmel das Geld gegeben. „Meiner Erinnerung nach war alles verschweißt.“