Nicht nur Strom, Gas und Fernwärme

Markt / 20.02.2013 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Netzbetreiber müssen zu Effizienzmaßnahmen verpflichtet werden, sagt E-Control.

Wien. Der heimische Energieregulator pocht für das geplante neue Energieeffizienzgesetz darauf, dass die Netzbetreiber die Verpflichtung zu Effizienzmaßnahmen bekommen sollten und nicht die Energielieferanten, wie dies im Entwurf vorgesehen ist. Als Adressat der Pflicht wären die Verteilnetzbetreiber ideal, sagte E-Control-Vorstand Martin Graf am Mittwoch, denn das sei eine klare, überschaubare Gruppe von Unternehmen, wodurch eine Umsetzung am leichtesten möglich wäre: „Dann gibt es auch klare Sanktionsmöglichkeiten.“

Internationale Erfahrungen

Zur Begründung, warum seine Behörde für die Verteilnetzbetreiber (TSO) plädiere, verwies Graf bei einer Tagung von E-Control und Klima- und Energiefonds (KliEn) auf internationale Erfahrungen, etwa das dänische System. Die Netzbetreiber müssten die Maßnahmen bei ihren Kunden ja nicht selbst setzen, sondern könnten sie am Markt zukaufen.

Wenn man das Thema Energieeffizienz ernst nehme, reiche die Betrachtung von Strom, Gas, Fernwärme und Kohle nicht aus, es müssten auch die Gebäude­sanierung und der Verkehr mit einbezogen werden. Die im Gesetz geplanten Verpflichtungen begrüße man, doch bleibe vieles weiter unangetastet: „Wir vermissen zum Beispiel den Verkehr.“ Im Gas- und Stromsektor sei Österreich, was die Versorgungssicherheit ­betreffe, „sehr gut“, bei Gas sogar führend. Aber die Integration der volatilen Stromerzeuger Photovoltaik und Windkraft bleibe eine Herausforderung, verwies Graf auf nötige Strom-Investitionen.

Integration muss gelingen

Die Integration der Erneuerbaren in den Markt müsse gelingen, aber ohne Verzerrungen. Initiativen in Richtung Harmonisierung der Förderung in Europa begrüßte Graf, obwohl dies „ein schwieriges Unterfangen“ sei. Österreich habe bei der Integration der Erneuerbaren Vorteile gegenüber Deutschland.