Deutsche Industrie beendet Durststrecke

Markt / 21.02.2013 • 21:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Berlin. Nach einjähriger Pause wächst die deutsche Industrie wieder. Vor allem dank anziehender Exportnachfrage lief es bei den Betrieben im Februar wieder deutlich besser. Der Einkaufsmanager­index stieg um 0,3 auf 50,1 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zur Umfrage unter Hunderten Firmen mitteilte. Das Barometer kletterte erstmals seit Februar 2012 über die Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. „Man kann sich wieder auf Deutschland als Wachstumslokomotive für die Eurozone verlassen“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Allerdings musste die gesamte Privatwirtschaft im Währungsraum einen Rückschlag hinnehmen: Sie beschleunigte ihre Talfahrt überraschend.

Der Einkaufsmanager­index (PMI) für die Eurozone sank um 1,3 auf 47,3 Punkte, während Analysten mit einem Anstieg auf 49,0 Punkte gerechnet hatten. Industrie und Dienstleister schwächelten stärker als erwartet. „Dies deutet darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung im Auftaktquartal 2013 zum vierten Mal in Folge schrumpfen dürfte“, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Er rechnet mit einem Minus von 0,2 bis 0,3 Prozent. Ende 2012 schrumpfte die Wirtschaft in Deutschland und im Euro­raum jeweils um 0,6 Prozent. In beiden Fällen war es der größte Rückgang seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009.

Sorgen bereitet Experten, dass der wichtigste deutsche Handelspartner bei der mühsamen Erholung derzeit den Anschluss verliert. „Frankreich und Deutschland liegen aktuell so weit auseinander wie nie seit Beginn der PMI-Umfragen 1998“, warnte Williamson. Frankreichs Rezession dürfte sich verschärfen.

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