Haberkorn setzt Wachstum fort

Markt / 21.02.2013 • 22:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gute Auftragslage: In Wolfurt beschäftigt Haberkorn aktuell 330 Mitarbeiter. Fotos: VN/Steurer, Haberkorn
Gute Auftragslage: In Wolfurt beschäftigt Haberkorn aktuell 330 Mitarbeiter. Fotos: VN/Steurer, Haberkorn

Traditionsunternehmen 2012 mit neuem Umsatzrekord. Weiteres Wachstum geplant.

wolfurt. 2012 war ein gutes Jahr für Haberkorn in Wolfurt. So konnte Österreichs größter technischer Handelsbetrieb den Umsatz um 4,6 Prozent auf 274 Millionen Euro steigern. Und auch beim Betriebsergebnis habe man auf dem Niveau des Rekordjahrs 2011 abschließen können, so Dr. Wolfgang Blum, Vorstandsvorsitzender von Haberkorn, im VN-Gespräch.

Das abgelaufene Geschäftsjahr habe die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung widergespiegelt. „Wir sind so etwas wie der Seismograf der Industrie“, sagt Blum. Ein starkes erstes Quartal, ein etwas schwächeres zweites, ein stagnierendes drittes und Rezession im vierten Quartal – so lässt sich die Haberkorn-Bilanz 2012 zusammenfassen. „Mit der Entwicklung sind wir den Umständen entsprechend zufrieden“, so der Vorstandschef.

70 Prozent Industrie

Das Kerngeschäft von Haberkor ist die Industrie. 70 Prozent des Umsatzes mache dieser Bereich aus. Weitere 30 Prozent kommen vom Bau-Sektor. Der wichtigste Markt ist weiter Österreich, der rund 75 Prozent des Umsatzes beisteuert. „In Österreich sind wir ein großer Fisch in einem kleinen Teich“, so Blum zur Rolle des Marktführers. Hier wachse man mit dem Markt. Deutlich größer seien die Wachstumspotenziale im internationalen Geschäft. Deshalb forciere man das Auslandsgeschäft weiter. „Bis 2020 wollen wir die Hälfte des Umsatzes auf internationalen Märkten machen.“

Neben einem Standort in der Schweiz ist das Unternehmen vor allem in Osteuropa auf zahlreichen Märkten engagiert. Zuletzt wurde ein zusätzlicher Betrieb in Ungarn übernommen. Das Auslandsgeschäft sei deutlich industrielastiger. „Wir sehen in Osteuropa einen deutlichen Aufholbedarf und damit sehr gute Wachstumschancen.“

Ausbau der Service-Leistungen

Haberkorn will in Zukunft noch stärker in der Indus­trie tätig sein. Deshalb setze man stark auf den Ausbau von Service-Leistungen für die Kunden. Dem E-Business und intelligenten Logistik-Lösungen gehört die Zukunft. „In diesem Bereich haben wir ein sehr dynamisches Wachstum“, so Blum weiter. Man könne hier im Wettbewerb den Vorteil der Größe ausspielen und entsprechende Dienstleistungen anbieten.

Verhaltener Optimismus

In das aktuelle Geschäftsjahr geht Haberkorn mit verhaltenem Optimismus. „2013 wird ein schwieriges Jahr. Es fehlt in Europa die Wachstums­lokomotive“, so Blum. Dennoch wolle man weiter einstellig zulegen.

Generiert soll Wachstum zum einen durch die neuen Dienstleistungen am Hauptmarkt in Österreich werden, wo man über Marktniveau zulegen will. Zudem sollen die Potenziale in bestehenden Ost-Märkten besser ausgeschöpft werden.

Auge auf türkischen Markt

Konkrete Expansions-Pläne wälzt Haberkorn für 2013 keine. Mittelfristig könnte mit der Türkei allerdings ein neuer Markt dazukommen. „Wir haben eine Marktstudie laufen“, verrät der Vorstandschef.

Mit dem Wachstum auf internationalen Märkten ist auch der Mitarbeiterstand gestiegen. 1100 Beschäftigte zählt das Unternehmen. Konstant ist dabei die Zahl der Mitarbeiter in der Zentrale in Wolfurt mit 330. Man bekomme aber auch den Fachkräftemangel zu spüren. „Deshalb setzen wir stark auf die eigene Ausbildung.“ Aktuell sind 24 Lehrlinge in Wolfurt beschäftigt.

Fakten

Haberkorn Holding AG

Österreichs größter technischer Händler

» Unternehmen: Haberkorn Ulmer GmbH, Ernst Glogar GmbH

» Umsatz: 274 Mill. Euro (plus 4,6 Prozent)
» Mitarbeiter: 1100 (davon 330 in Vorarlberg)
» Standorte Österreich: Wolfurt (Zentrale), Wien, Innsbruck, Leonding, Villach, Graz
» Auslandsstandorte: Schweiz, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Serbien

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