Starkes Jahr für Holzbau

Markt / 21.02.2013 • 19:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Badehaus am Kaiserstrand war 2011 eines der Siegerprojekte des Vorarlberger Holzbaupreises. Foto: VN/PAulitsch
Das Badehaus am Kaiserstrand war 2011 eines der Siegerprojekte des Vorarlberger Holzbaupreises. Foto: VN/PAulitsch

Vorarlberger Holzbautag: 2012 war starkes Jahr. Hoffnung liegt im mehrgeschoßigen Bau.

Ludesch. Das Jahr 2012 war ein sehr starkes für den Vorarlberger Holzbau, geprägt von guten Umsätzen. „Es ist sehr viel gebaut worden. Und das, obwohl es so viele Holzbaubetriebe wie noch nie im Land gibt. Auch für heuer sind wir aufgrund der guten Auslastung sehr optimistisch“, erklärt Herbert Brunner, Innungsmeister-Stellvertreter und Obmann der „vorarlberger holzbau_kunst“. Was man derzeit merke, sei, dass in Europa der mehrgeschoßige Wohnbau sehr stark komme. Vor allem die Schweiz sei hier der Hotspot. Vorarlberg hingegen sei noch im Hintertreffen. Über die genauen Gründe dafür ist man sich allerdings noch im Unklaren.

Fakt sei aber, dass die heimischen Zimmereien eher klein strukturiert und daher nicht in der Lage seien eigenständig solche Wohnanlagen zu stemmen. „Und die Vorarlberger Bauträger haben oft Baumeisterbetriebe hinter sich. Dennoch gibt es wenige Baufirmen, die sagen, wir können ohne Holz nicht ökologisch bauen“, erklärt Brunner. Mittlerweile hätten sogar große Firmen wie die Strabag oder Alpine entweder Holzbaubetriebe gekauft oder angefangen, mit Holz zu arbeiten. Ein Umdenken finde statt. Die Frage sei nur, wann die großen Bauträger in Vorarlberg realisieren, dass eine Holzfassade für die ökologische Bilanz hinsichtlich CO2 nicht mehr ausreiche.

Handicap durch Brandschutz

Auch in den gesetzlichen Regelungen im Bereich Brandschutz sei man im Land noch gehandicapt. „Unsere Hände sind noch gebunden. In Deutschland, der Schweiz oder Norwegen sind die Bestimmungen um ein Vielfaches einfacher“, so der Holzbau-Obmann. Große Lösungen in Holz seien derzeit infolge einer engen Auslegung der Rechtslage kaum mehr durchzubringen, daher sei ein dringender Handlungsbedarf gegeben. „Nur so haben wir die Chance, das führende Holzbauland zu werden. Momentan ist das noch klar die Schweiz“, betont Brunner. Aber davon profitieren die Vorarlberger Holzbaufirmen nur bedingt. Es sei nicht leicht, in den Schweizer Markt einzudringen. Einer Handvoll gelinge das im Bereich Einfamilienhäuser. Aber die Schweiz habe selbst eine starke Holzbauszene. „Bei uns haben die Firmen im Schnitt acht Mitarbeiter. Deshalb können es sich nur wenige leisten, als Generalunternehmer in der Schweiz tätig zu werden. Wegen der jahrelangen Haftung kann das Betriebe kaputt machen“, erklärt Brunner. Die heimischen Holzbauer seien super im Zuarbeiten, aber als Bauträger fehle vielen das finanzielle Gerüst beziehungsweise die Struktur.

Zukunft mehrgeschoßiger Bau

Das mehrgeschoßige Bauen in Holz beziehungsweise in Holz-Mischbauweise bleibe aber ein starkes Hoffnungsgebiet. „Wir sind uns sicher, dass dieser Bereich wegen der CO2-Bilanz stärker kommen wird. Und wir sind auch überzeugt, dass der Sanierungsbereich noch Jahre stark bleiben wird“, so Brunner. Zudem baue man auf das Einfamilienhaus. „Im Gegensatz zu manchen Architekten glaube ich nicht, dass es ein gesellschaftliches Auslaufmodell ist. Es gibt innerhalb der Siedlungsgrenzen genügend Platz für Häuser“, erklärt Brunner abschließend.

Der mehrgeschoßige Wohnbau ist unser Hoffnungsgebiet.

Herbert Brunner, Lot Holzbau

Kennzahlen

Vorarlberger Holzbau

» Landesinnung Holzbau: 120 Mitglieder, davon 88 produzierende Unternehmen

» vorarlberger holzbau_kunst: Netzwerk von 53 Holzbaubetrieben und Partnern (Forst, Säge, Zulieferbereich, Architektur, Politik)

» Beschäftigte: 800 Mitarbeiter (davon 200 Leasingarbeiter) und 140 Lehrlinge

» Branchenumsatz: 145 Mill. Euro

» Exportanteil: 25 Mill. Euro