Arbeitslosengeld wurde 2012 weniger oft gesperrt

Markt / 22.02.2013 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das AMS Vorarlberg verhängte im Jahr 2012 4055 Sperren von Arbeitslosengeld – weniger als noch 2011. Foto: VN/Hofmeister
Das AMS Vorarlberg verhängte im Jahr 2012 4055 Sperren von Arbeitslosengeld – weniger als noch 2011. Foto: VN/Hofmeister

4055 Geldsperren verhängte das AMS im vergangenen Jahr – ­weniger als noch 2011.

Bregenz. Auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit gibt es Termine, die es wahrzunehmen gilt. Wenn zum Beispiel arbeitslose Personen nicht zum Kontrollmeldetermin erscheinen oder eine Arbeit beziehungsweise Schulungsmaßnahme verweigern, verlieren sie vorübergehend ihr Arbeitslosengeld. Im vergangenen Jahr wurden seitens des AMS Vorarlberg 4055 Geldsperren verhängt. Das sind knapp sieben Prozent weniger als 2011. Auch österreichweit ging die Zahl zurück – von 103.744 auf 98.901 Sperren.

Dabei sind die Gründe recht unterschiedlich. Geldsperren werden verhängt, wenn Jobsuchende eine Arbeit oder eine Schulung verweigern (737), wenn sie einen Kontrollmeldetermin nicht einhalten (1377), wenn sie von sich aus gekündigt haben (1914) oder wenn eine Arbeitsunwilligkeit festgestellt wurde (27).

Allerdings gab es insgesamt bei allen Gruppen weniger Sperren als noch 2011. „Die Situation hat sich verbessert“, betont Bernhard Bereuter, stv. Landesgeschäftsführer des AMS Vorarlberg. Die Gründe für den Rückgang sieht er in der wirtschaftlichen Lage. Es gab ein höheres Arbeitskräftepotenzial und zugleich ein geringeres Stellenangebot. Aus diesem Grund gab es 2012 für die Betriebe mehr geeignete Bewerber. Und eben weniger Fälle, die Anlass zu Sanktionen gegeben hätten.

Nimmt ein Jobsuchender einen Kontrollmeldetermin beim AMS-Berater nicht wahr, verliert er sein Arbeitslosengeld, bis er wieder Kontakt aufnimmt oder einen entschuldbaren Grund darlegt. Verweigert ein Arbeitsuchender eine Arbeit oder eine Schulung, bekommt er sechs Wochen kein Geld vom AMS, im Wiederholungsfall acht Wochen. Bei gänzlicher Arbeitsunwilligkeit verliert der Jobsuchende seinen Anspruch komplett. „Mit 27 Personen gibt es bei uns in Vorarlberg aber sehr wenige, auf die das zutrifft“, erklärt Bereuter. Kündigt ein Arbeitnehmer von sich aus oder wird das Dienstverhältnis selbstverschuldet beendet, bekommt er die ersten vier Wochen kein Arbeitslosengeld.

Mit Berater reden

Wichtig sei es, dass man Termine nicht einfach ausfallen lasse, sondern sich mit seinem AMS-Berater bespreche, so Bereuter. Dann sei die Chance auch größer, dass es keine Sanktionen im Sinne von Geldsperren gebe. „Wenn ein Jobangebot oder eine Schulungsmaßnahme für den Arbeitsuchenden nicht passt, sollte er uns das mitteilen, nicht einfach nicht hingehen“, sagt Bereuter. Dadurch könnte man einiges bereits im Vorfeld klären.

Wenn man das bespricht, ist eine Sperre oft nicht notwendig.

Bernhard Bereuter, AMS

AMS-Geldsperren 2012

» Arbeit oder Schulungsmaßnahme verweigert: 737 (Sanktion: Geldsperre für sechs Wochen, bei Wiederholung acht Wochen)

» Kontrollmeldetermin nicht eingehalten: 1377 (Sanktion: kein Arbeitslosengeld bis zur neuerlichen Kontaktaufnahme)

» selbst gekündigt oder Dienstverhältnis selbstverschuldet beendet: 1914 (die ersten vier Wochen kein Arbeitslosengeld)

» Arbeitsunwillige: 27 (Komplettverlust des Anspruchs)

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