„Zuckerl“ ist Geschmackssache

Markt / 22.02.2013 • 11:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim Umgang mit den Mitarbeitern setzt Manfred Schrattenthaler auf ein kollegiales Verhältnis.  foto: vn/Hofmeister
Beim Umgang mit den Mitarbeitern setzt Manfred Schrattenthaler auf ein kollegiales Verhältnis. foto: vn/Hofmeister

Manfred Schrattenthaler startete mit fünf Mitarbeitern in eine dynamische Entwicklung.

Gerade bei kleinen Unternehmen sind Personalentscheidungen von großer Bedeutung. Welche Strategie verfolgen Sie bei Personal- bzw. Unternehmensentwicklungsentscheidungen?

Schrattenthaler: Wir verfolgen in erster Linie mittel- und langfristige Konzepte, was die Firmen- und Personalpolitik betrifft. Ich spreche da von einem etwa fünfjährigen Zeitrahmen, auf den wir hinarbeiten. In der Praxis ist es jedoch oft so, dass wir kurzfristig und schnell reagieren müssen. Durchschnittlich betrachtet, sind wir in den letzten Jahren kontinuierlich um ein
bis zwei Mitarbeiter gewachsen.

Wie kommen Sie an gutes Personal heran?

Schrattenthaler: Das Unternehmensfeld von Glatz Klischee ist die Druckaufbereitung für die Verpackungsindustrie. Dafür brauchen wir Druckvorstufentechniker mit Flexo-Erfahrung. Diese sind in unserer Region kaum zu finden. Deshalb haben wir in den letzten Jahren Personal aus großen Distanzen rekrutiert. Dafür nutzen wir alle erdenklichen Wege, von öffentlichen Medien angefangen über Internetnetzwerke und -foren bis hin zur Mundpropaganda und Personalfirmen.

Wie hat sich der Arbeitsmarkt in Ihrer Branche in den letzten Jahren verändert?

Schrattenthaler: Es ist schwieriger geworden, an gute Fachkräfte zu kommen.

Welche Ziele verfolgen Sie bei der Lehrlingsausbildung?

Schrattenthaler: Wir setzen seit etwa zehn Jahren auf die Ausbildung von Druckvorstufentechnikern mit dem Ziel, jungen und motivierten Menschen eine spannende und zukunftsorientierte Ausbildung zu bieten. Und natürlich um Fachkräfte für die Zukunft zu sichern. Inzwischen haben wir vier Lehrlinge ausgebildet, von denen noch zwei im Unternehmen tätig sind. Zwei sind derzeit noch in Ausbildung. Außerdem sind wir derzeit auf der Suche nach einem neuen Lehrling für den Herbst.

Wie macht man bei Top-Fachkräften von sich reden?

Schrattenthaler: Es braucht eine Vielzahl von Maßnahmen, um wahrgenommen zu werden. Dazu gehört die Präsenz in Netzwerken und in Fachzeitschriften, das Kommunizieren von Markt-erfolgen und Auszeichnungen sowie die zufriedenen Mitarbeiter, die das nach außen auch so aufzeigen.

Braucht es besondere Bonifikationen, um als Unternehmen langfristig für die Mitarbeiter attraktiv zu sein bzw. zu bleiben?

Schrattenthaler: Das ist so individuell wie die Menschen eben sind. Denn nicht für jeden ist das gleiche „Zuckerl“ auch gleich wertvoll. Wir sind derzeit gerade in der Entwicklung eines Mentalprogramms für unsere Mitarbeiter, das verschiedenste Angebote wie Kurse, Coachings, aber auch Sportliches beinhalten soll. Außerdem gibt es Mittagessen im Haus. Das Wichtigste ist jedoch das Umfeld. Doch dafür, dass der Arbeitsplatz auch angenehm ist, ist ein gemeinsames Gestalten wichtig.

Wie lautet das Geheimnis Ihres Erfolges? Auch die Mitarbeiter betreffend?

Schrattenthaler: Ich pflege einen kollegialen und familiären Führungsstil. Jeder Mitarbeiter trägt ein hohes Maß an Verantwortung, was auch Eigenverantwortung und Entscheidungskompetenz nach sich zieht. Zudem sind Wertschätzung und Anerkennung sowie das Teilhaben an Erfolgen von großer Bedeutung. Einen Umsatzrekordmonat oder eine Auszeichnung feiern wir mit einem gemeinsamen Fest. Aus geschäftlicher Sicht steht natürlich der Kunde mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Höchste Dienstleistung, Qualität und Innovation ergibt jedoch auch ein tolles Anforderungsprofil für die Mitarbeiter, die sich so wertvoll ins Unternehmen einbringen können.

Benefits

» Mittagessen im Haus

» Entwicklung eines Mentalprogramms für die Mitarbeiter mit verschiedenen Kursen

» Angebote und Coachings unter anderem auch im sportlichen Bereich

Zur Person

Manfred Schrattenthaler

E-Mail: manfred.schrattenthaler@glatz.at

Alter: 48 Jahre

Ausbildung: Techniker (Lehre als Radio- und Fernsehtechniker), Weiterbildung durch Verkaufs- und Management-Lehrgänge

Laufbahn: Geschäftsleiter im Einzelhandel, Geschäftsführer bei Glatz Klischee seit 15 Jahren

Familie: verheiratet, 2 erwachsene Kinder

Hobbys: Engagement in der Gemeindepolitik, Motorradfahren, Musik, Skifahren, Garten genießen

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