Das Brot unter dem Span

Markt / 20.03.2013 • 20:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Daniel Engstler beim Sägen eines Werkstücks. Der 17-Jährige absolviert derzeit sein zweites Lehrjahr bei Dobler Holzbau. FOTOS: ROLAND PAULITSCH
Daniel Engstler beim Sägen eines Werkstücks. Der 17-Jährige absolviert derzeit sein zweites Lehrjahr bei Dobler Holzbau. FOTOS: ROLAND PAULITSCH

Zimmerer haben beste Karrierechancen. ­Lehrling Daniel Engstler will sie nutzen.

RÖTHIS. Wenn Friedrich Schiller in seinem Drama „Wilhelm Tell“ davon schrieb, dass die Axt im Haus den Zimmermann erspare, mag das vielleicht in der klassischen Literatur seine Gültigkeit haben, aber ganz sicher nicht im zeitgenössischen Holzbau. Denn gerade in Vorarlberg beinhaltet das Bauen mit Holz künstlerische Ansprüche, für deren Ausführung die heimischen Zimmererbetriebe sorgen.

Gutes Vorstellungsvermögen

Einer, der sich dieses traditionelle Handwerk von der Pike auf aneignet, ist Daniel Engstler. Der Göfner befindet sich bei der Firma Dobler Holzbau im zweiten Lehrjahr und hat den Umgang mit Sägen und Stemmeisen und viele weitere Dinge bereits gelernt. Auch wenn in den Betrieben viel maschinell bearbeitet wird, legt man in der Lehrausbildung viel Wert auf traditionelle Handwerkstechniken. Das schult das Verständnis.

Zimmerer sind absolute Praktiker in ihrem Fach, die Architektenpläne umsetzen. „Man muss vom Plan heraus das fertige Produkt erkennen. Allein daraus ist schon ersichtlich, dass man ein gutes Vorstellungsvermögen braucht“, erklärt Polier und Lehrlingsausbildner Philipp Bolter. Auch sein 17-jähriger Lehrling – insgesamt werden im Betrieb derzeit sieben Nachwuchskräfte ausgebildet – kann viel von den Erfahrungen des 29-Jährigen profitieren. Denn der Beruf fordert heraus – auch körperlich, wie Daniel Engstler schon am eigenen Leib verspürt hat. „Man ist am Abend schon ziemlich fertig“, drückt es der Jugendliche aus. Was er damit sagen will, ist, dass man am Ende des Tages weiß, was man getan hat. „Besonders toll finde ich es, dass man abends am Resultat sieht, was man getan hat.“

Heiliger Josef als Schutzpatron

Das Arbeiten mit Holz hat dem jungen Mann schon als Kind viel Spaß gemacht. „Ich habe schon immer gerne in der Sägerei meines Opas mitgearbeitet. Und mit zehn Jahren habe ich ein kleines Gartenhaus selbst gemacht“, erinnert sich Engstler an seine Kindheit zurück. Dass unter dem Span viel Brot liegt, wie es ein Zitat besagt, gilt für Zimmerer besonders. Der Beruf lässt viele Karriere- und Aufstiegschancen zu. Es muss ja nicht gleich bis zum heiligen Josef reichen, der als gelernter Zimmermann seit dem 19. Jahrhundert als Schutzpatron über diesem Handwerk steht.

Ich bin nun seit 15 Jahren in diesem Beruf tätig. Man schafft viel im Team zusammen. Außerdem gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich beispielsweise habe an der HTL in Rankweil den Bauhandwerker gemacht.  Philipp Bolter, Polier und Lehrlingsausbildner
Ich bin nun seit 15 Jahren in diesem Beruf tätig. Man schafft viel im Team zusammen. Außerdem gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich beispielsweise habe an der HTL in Rankweil den Bauhandwerker gemacht.
Philipp Bolter, Polier und
Lehrlingsausbildner
Da ein Zimmerer einen großen Tätigkeitsbereich abdeckt, ist der Beruf sehr anspruchsvoll und vielseitig. Ein Zimmerer macht vom Gartenzaun bis zum gewerblichen Industriebau alles und arbeitet drinnen und draußen.  Gerd Deschler, Lehrlings­ausbildung, Projektleiter
Da ein Zimmerer einen großen Tätigkeitsbereich abdeckt, ist der Beruf sehr anspruchsvoll und vielseitig. Ein Zimmerer macht vom Gartenzaun bis zum gewerblichen Industriebau alles und arbeitet drinnen und draußen.
Gerd Deschler, Lehrlings­ausbildung, Projektleiter