Ländle-Autofahrer werden abgezockt

Markt / 21.03.2013 • 20:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Vorarlberg bleibt auch heuer eines der teuersten Bundesländer im Benzinpreisvergleich.

Schwarzach. Eine erfreuliche Nachricht ist aus dem neuesten Arbeiterkammer-Spritpreisbarometer herauszulesen: Im Vergleich zum März 2012 sind die Preise für Eurosuper um 4,1 Prozent und die Preise für Diesel um 4,6 Prozent gefallen. Damit hat es sich aber schon. Die weniger gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorquartal (Dezember 2012) sind die Eurosuperpreise um 0,9 Prozent gestiegen. Und die schlechte Nachricht: Tirol und Vorarlberg sind wie immer die mit Abstand teuersten Bundesländer für Autofahrer.

Die Durchschnittspreise zeigen es deutlich: Während die Oberösterreicher für einen Liter Eurosuper im Schnitt 1,409 und für Diesel 1,356 Euro zahlen, müssen die Auto- und Motorradfahrer in unserem Bundesland und vor allem auch im benachbarten Tirol wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Im Ländle sind dafür 1,464 (Eurosuper) bzw. 1,403 (Diesel) Euro zu berappen. Geich hinter dem Arlberg wird es noch teurer – hier sind es sogar 1,473 beziehungsweise 1,442 Euro.

Kein Wettbewerb in Vorarlberg

Verschärfend kommt hinzu, dass der Wettbewerb in Vorarlberg überhaupt nicht funktioniert. Beträgt die Preisbandbreite – also der Unterschied zwischen den niedrigsten und den höchsten Preisen – in anderen Bundesländern bis zu 23,57 Prozent, sieht es hierzulande mit 7,26 Prozent (Super) und 11,73 Prozent (Diesel) zappenduster aus. Sogar im sehr teuren Tirol liegt die Bandbreite immerhin zwischen 19 und 22 Prozent. Für den Präsidenten der Arbeiterkammer, Hubert Hämmerle, ein Zustand, der schnellstens geändert werden muss. Denn es sei ja nicht so, dass die Vorarlberger auch mehr verdienten als die Arbeitnehmer in anderen Bundesländern. Der Benzinpreis sei dabei nur ein Teil im Preis-Puzzle, das uns auch hohe Mieten und Lebenskosten beschere.

Am billigsten getankt wird wie bereits erwähnt in ­Oberösterreich, dahinter rangieren Niederösterreich, die Steiermark und Wien. Die bundesländerbezogenen Preisdifferenzen liegen aktuell bei 4,5 Prozent (Super) bzw. 6,3 Prozent (Diesel).

Teure Nachbarn

Gleichfalls erhoben wurden die Preise in den österreichischen Nachbarstaaten – und die sind allesamt teurer. In Deutschland beispielsweise kostete der Liter Eurosuper 1,624 und der Diesel 1,459 Euro, in der Schweiz 1,503 (Super) bzw. 1,555 (Diesel). Allerdings: Auch in Slowenien liegen die Preise über dem Vorarlberger Niveau, die direkt angrenzende Steiermark ist hingegen deutlich billiger. Absoluter Spitzenreiter ist jedoch Italien: Über dem Brenner wird es mit 1,815 für einen Liter Eurosuper bzw. 1,736 für einen Liter Diesel richtig teuer. Wer also einen Osterurlaub im Süden plant, sollte den Tank in Österreich noch einmal füllen.

Ebenfalls nicht zu empfehlen ist das Tanken auf der Autobahn. Dort liegen die Preise um 12 (Super) bzw. 14 Prozent über dem Durchschnitt.

Da die Tankstellen bekanntlich täglich nur um 12 Uhr die Preise erhöhen dürfen, hat die Arbeiterkammer auch untersucht, ob und um wie viel sich die Preise am Vormittag gegenüber den Nachmittagspreisen unterscheiden. Ergebnis: Am Nachmittag liegen die Preise um gut drei Cent über den Vormittagspreisen. Somit kann man sich beim Füllen eines 50-Liter-Tanks am Vormittag rund 1,60 Euro gegenüber dem Nachmittag ersparen. Übrigens: Wer in Vorarlberg Heizöl an der Tankstelle kauft, zahlt dafür mindestens 1,088 Euro, in Tirol bekommt man den Liter schon für 97 Cent.

Der Wettbewerb funktioniert in Vorarlberg gar nicht.

Hubert Hämmerle

Benzinspar-Tipps

Tipps für all jene, die jetzt in den Osterurlaub aufbrechen:

» Wenn möglich Autobahntankstellen meiden.

» Achten Sie auf das Bundesland, in dem Sie tanken.

» Im Ausland ist es noch teurer. In den benachbarten Grenzregionen ist Sprit nirgendwo günstiger als in Österreich. Besonders teuer ist das Tanken in Deutschland und Italien.

» Preisvergleiche mit dem Spritpreis-Rechner. Die günstigsten Tankstellen können schnell mit dem Spritpreisrechner der E-Control gefunden werden. Aufgrund des Spritpreiskorridors dürfen die Preise am Oster-Wochenende nicht verändert werden.

» Weitere Informationen:
www.spritpreisrechner.at