Weiterbildung, die sich beruflich lohnt

Markt / 21.03.2013 • 22:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Berufliche Weiterbildung lohnt sich sowohl für den Teilnehmer als auch das Unternehmen. Foto: VN/Hartinger
Berufliche Weiterbildung lohnt sich sowohl für den Teilnehmer als auch das Unternehmen. Foto: VN/Hartinger

Wissen ist längst kein Selbstzweck mehr sondern bringt beruflich viele Vorteile.

Schwarzach. Lebenslanges Lernen ist längst ein vielzitiertes Schlagwort geworden, wenn es um Weiterbildung geht. Die Chance, sich neben seinem Job zusätzlich zu bilden, nutzen immer mehr Menschen und auch die Firmen haben längst erkannt, dass es ohne kaum noch geht.

1,4 Milliarden Euro haben Österreichs Unternehmen 2010 in Weiterbildungskurse ihrer Mitarbeiter investiert – 2037 Euro pro Person. Auch verschiedene Forschungsinstitute haben sich des Themas angenommen und aufgezeigt, dass sich Weiterbildung durchaus lohnt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zum Beispiel sagt, dass jedes Jahr, das jemand zusätzlich in Schule, Ausbildung oder Studium investiert, sein späteres Einkommen durchschnittlich um fünf Prozent erhöht. Und das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung hat ermittelt, dass Weiterbildungen, die allgemeine berufliche Fähigkeiten vermitteln, für den Arbeitnehmer im Durchschnitt fünf bis sechs Prozent Einkommensverbesserung mit sich bringen.

Aber nicht nur für Lernwillige, auch für Unternehmen bringt die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter wesentliche Vorteile. So ergab eine Studie der Stanford University in Kalifornien, dass 75 Prozent des Unternehmenserfolgs durch Wissensvorsprung gesichert wird. Wissen ist also kein reiner Selbstzweck. Aber welche Weiterbildungen und welche Fähigkeiten sind am Vorarlberger Arbeitsmarkt gerade gefragt? Thomas Wachter, Institutsleiter des WIFI Vorarlberg, des Zentrums für berufliche Weiterbildung im Land, sieht das größte Potenzial in Kursen, die über eine gewisse Zeit dauern und mit einem anerkannten Zertifikat abschließen. „Dadurch zeigt der Teilnehmer, dass er leistungsorientiert ist. Das wird in den Betrieben auch goutiert“, betont Wachter.

Lernen setzt wichtige Signale

Das WIFI, das sich im 100. Jahr seiner Tätigkeit befindet und 1550 Kurse pro Jahr anbietet, stehe ständig in Kontakt mit der Wirtschaft. Daher wisse man genau, welche Be­dürfnisse die unterschiedlichen Branchen haben. Was derzeit hoch im Kurs sei, sind sowohl klassische Ausbildungen wie Werkmeisterschule und Industriemeister genauso wie Fachakademien oder Uni-Lehrgänge in den Bereichen Betriebswirtschaft, Informatik oder Finanzen. „Wenn das Bedürfnis nach persönlicher Entwicklung da ist, ist der Erfolg am Arbeitsmarkt nur eine Frage der Zeit“, ist Wachter überzeugt. Er ergebe sich nicht von selbst, sondern nur indem man Kompetenz zeige. „Eine Ausbildung ist eine längerdauernde Kraftanstrengung, der Teilnehmer setzt damit ein wichtiges Zeichen, was seine persönliche Leistungsorientierung betrifft“, so der Institutsleiter. Das seien Signale, die einem beruflich weiterhelfen.

Auch im Bildungscenter der Arbeiterkammer werden Kurse in den verschiedensten Bereichen angeboten – insgesamt 800 im Jahr. „Nach wie vor sehr gefragt sind die Vorbereitungslehrgänge für die Berufsreifeprüfung“, betont Leiterin Gertrud Scheriau. Gefragt seien auch Angebote zur Persönlichkeitsstärkung und Stressbewältigung. Auch „weil in einer markt- und leistungsorientierten Zeit der Mensch als Person immer mehr in den Hintergrund rückt“, ist sie überzeugt. Insgesamt sei es gerade für einen beruflichen Einstieg oder für eine berufliche Neuorientierung von enormer Bedeutung, nicht nur Kenntnisse zu vertiefen, sondern auch die notwendigen Schlüsselqualifikationen und Kernkompetenzen zu erwerben.

Mehr Informationen zum Kursangebot unter www.vlbg.wifi.at oder www.bildungscenter.at.