Fördern und fordern

Markt / 25.03.2013 • 22:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefan Koch: „Wir arbeiten mit Firmen zusammen und bieten Nischen­lösungen an.“ Fotos: Marlene Matt
Stefan Koch: „Wir arbeiten mit Firmen zusammen und bieten Nischen­lösungen an.“ Fotos: Marlene Matt

Seit neun Jahren verbindet die Arbeits­initiative Integra erfolgreich Soziales und Wirtschaftliches.

Wolfurt. (VN-M. Matt) Ein Jahresumsatz von über sechs Millionen Euro deutet auf eine hohe betriebliche Wertschöpfung hin, zumal das gemeinnützige Unternehmen nicht auf Gewinn ausgerichtet ist. Integra wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, Arbeitsuchende im Rahmen verschiedener Arbeitsprojekte mit Schlüsselqualifikationen auszustatten und somit die Vermittlungschancen zu erhöhen. „Wir begleiten jährlich etwa 500 durch das AMS vermittelte Menschen. Neben dem fachlichen Rüstzeug erhalten sie bei uns zudem Unterstützung, beispielsweise in den Themen Schuldenberatung, Wohnen, Gesundheit oder wir knüpfen soziale Kontakte. Wenn die persönlichen Probleme gelöst sind, können sich die Leute wesentlich motivierter auf die Arbeit konzentrieren“, weiß Geschäftsführer Stefan Koch (39). Nach rund einem halben Jahr findet immerhin ein Drittel eine Fixanstellung auf dem regulären Arbeitsmarkt.

Die Teilnehmenden, die großteils nur einen Pflichtabschluss haben, können in verschiedensten Bereichen ihren Interessen und Neigungen nachgehen. Das sind die Bereiche Metall, die Nähwerkstatt, die Abteilung Holz und der Carwash in der Zentrale Wolfurt, die Verpackungs- und Versandmanufaktur in Schwarzach, zwei Secondhandshops und die Jugendwerkstatt in Bregenz, ein Reinigungsservice sowie der Bereich Umwelt. Hier erledigen Integra-Mitarbeiter Gartenarbeiten, Transporte, Montage- oder Bauhilfsarbeiten. „Wir haben keine Trainings- oder Laborsituation, sondern ganz reale betriebswirtschaftliche Ziele. So müssen wir uns zu 50 Prozent selbst finanzieren“, stellt Stefan Koch klar. „Um diese Ziele zu erreichen, stehen wir im ständigen Spannungsfeld zwischen fördern und fordern.“

Sinnerfüllende Arbeit

Ein Balanceakt, der zu gelingen scheint. Denn immer mehr Unternehmen und Private schätzen Integra als verlässlichen Partner. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu Firmen, vielmehr suchen wir deren Zusammenarbeit und bieten ausgelagerte Nischenlösungen an. So beispielsweise für die Firmen Wolford, Alpla oder Haberkorn.“ Gerade wurden für einen Bauträger Holzgeräte für einen Kinderspielplatz fertiggestellt. „Wenn unsere Leute dann beim Aufbau die leuchtenden Kinderaugen sehen, erfüllt sie das mit Stolz.“ Betätigungsfelder für die Zukunft eröffnen sich in der Forst- und Landwirtschaft, beispielsweise beim neuen Bio-Modellbetrieb im Kloster Mehrerau.

Gerhard Moos­brugger, HandwerkIch mag meine Arbeit, weil ich dadurch Soziales mit Handwerk verbinden kann. Das motiviert, zumal wir mit tollen Leuten zusammenarbeiten.
Gerhard Moos­brugger, Handwerk
Ich mag meine Arbeit, weil ich dadurch Soziales mit Handwerk verbinden kann. Das motiviert, zumal wir mit tollen Leuten zusammenarbeiten.
Karl SchneebergerAuszubildenderIch habe schon einiges ausprobiert und kann nun nächstes Jahr die Schlosserlehre im 2. Bildungsweg abschließen. Das ist eine tolle Chance für mich.
Karl Schneeberger
Auszubildender
Ich habe schon einiges ausprobiert und kann nun nächstes Jahr die Schlosserlehre im 2. Bildungsweg abschließen. Das ist eine tolle Chance für mich.
Marianne GstöhlNähwerkstattWenn Leute durch unser Zutun in der Arbeitswelt wieder Fuß fassen können, erfüllt das einen schon sehr. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung.
Marianne Gstöhl
Nähwerkstatt
Wenn Leute durch unser Zutun in der Arbeitswelt wieder Fuß fassen können, erfüllt das einen schon sehr. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung.

Fakten zur Firma

» 30 Schlüsselkräfte

» 10 Standorte in ganz Vorarlberg

» Rund 500 Menschen pro Jahr durchlaufen das gesamte Projekt

» 6 Mill. Euro Jahresumsatz

Weitere Infos zum Unternehmen auf www.integra.or.at