Des Goldschmieds Glück

Markt / 27.03.2013 • 19:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christian Ebner arbeitet noch in einer klassischen Goldschmiedewerkstatt. Die edlen Teile werden von Hand angefertigt. FOTOS: PHILIPP STEURER
Christian Ebner arbeitet noch in einer klassischen Goldschmiedewerkstatt. Die edlen Teile werden von Hand angefertigt. FOTOS: PHILIPP STEURER

Ein Goldschmied fertigt die edelsten Schmuck- stücke – nur den Trauring seiner Frau nicht.

BERUFUNG. Nein, den Trauring für seine Frau hat Christian Ebner nicht selbst gemacht. Dabei – so würde man meinen – wäre das für einen gelernten Gold- und Silberschmied wohl das Naheliegende, oder? Dem gebürtigen Kärntner entlockt diese Frage ein Lächeln. „Das soll kein Glück bringen“, verrät er, warum ein anderer am Finger seiner Frau Hand anlegte. „Aber“, so ergänzt er, „vielleicht haben das ja nur die Goldschmiede erfunden.“

Herausfordernder Beruf

Wie dem auch sei: Wer sich bei Christian Ebner etwas Edles anfertigen lässt, ist ganz sicher seines eigenen Glückes (Gold-)Schmied. Denn der 40-Jährige ist mit einer Leidenschaft am Werk, die ihm wahrlich auf die Goldwaage gelegt worden zu sein scheint. „Auch nach 20 Jahren, in denen ich diesen Beruf nun ausübe, ist die Arbeit noch nie zur Routine geworden.“

Doch auch einem Goldschmied wird nichts auf dem Silbertablett serviert. Der Job fordert vielmehr heraus. „Die Kunden erwarten Perfektion, als wäre es von einer Maschine gemacht“, sagt einer, der den Umgang mit Feilen, Sägen, Bohrer oder Fräsen in höchster Präzision beherrscht. Vor dem schmucken Resultat ist also goldenes Handwerk angesagt. „Das fängt bereits beim Bewusstsein für das Material an und endet bei den kleinsten Details“, betont der beim Bregenzer Traditionsunternehmen Praeg beschäftigte Wahl-Vorarlberger.

Gold ist zu kostbar, als dass man nur die kleinsten ­Fünkchen davon als Abfall betrachten würde. Vielmehr wird der vom sogenannten Feilnagel herabfallende Goldstaub von einer Art Lederbeutel aufgefangen und bei entsprechender Menge eingeschmolzen und wiederverwendet.

Technisches Verständnis

Ebner hat seine Ausbildung an der Gold- und Silberschmiedeschule in Ferlach absolviert. „Ursprünglich habe ich die HTL besucht, dann aber gemerkt, dass mich die Technik doch nicht so interessiert.“ Das technische Verständnis ist aber auch in seinem jetzigen Beruf en wichtiger Aspekt. Die Besonderheit liegt aber sicher in der Individualität und Kreativität. „Denn wir sind ja genau für jene da, die nicht auf maschinell produzierten Schmuck setzen.“ Umso schöner ist daher das Funkeln in den Augen, wenn ein Unikat seinem neuen Besitzer übergeben wird.

Das sind jene Momente, in denen sich der 40-Jährige mit seinem Job verheiratet fühlt. Nur gut, dass er den symbolischen Trauring, der ihn mit dem Beruf verbindet, nicht schmieden muss. Das würde ja auch kein Glück bringen.

Man hat jeden Tag mit den schönen Dingen des Lebens zu tun. Zudem gehört das sich Schmücken zu den Urbedürfnissen der Menschen. Auch wenn die Hände schmutzig werden, ist sehr viel Kreativität dabei.   Matthias Praeg,Gold- und Silberschmied
Man hat jeden Tag mit den schönen Dingen des Lebens zu tun. Zudem gehört das sich Schmücken zu den Urbedürfnissen der Menschen. Auch wenn die Hände schmutzig werden, ist sehr viel Kreativität dabei.
Matthias Praeg,
Gold- und Silberschmied
Wir machen das, was Maschinen nicht mehr können. Auch nach 20 Jahren ist der Job noch eine Herausforderung. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, wenn man spürt, wie sehr sich der Kunde über das Resultat freut.   Christian Ebner, Gold- und Silberschmied
Wir machen das, was Maschinen nicht mehr können. Auch nach 20 Jahren ist der Job noch eine Herausforderung. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, wenn man spürt, wie sehr sich der Kunde über das Resultat freut.
Christian Ebner,
Gold- und Silberschmied