Kalter Winter: 10 Prozent höherer Energiebedarf

Markt / 27.03.2013 • 22:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Heizgradtage heuer bisher um gut 10 Prozent über dem Vorjahr. Heizöl konstant teuer.

Schwarzach. Die kalte Osterwoche lässt die Heizanlagen nicht zur Ruhe kommen. Wohlig warm fühlen sich die Heizkörper derzeit an. Speziell für Haushalte, die eine Ölheizung haben, wird es ein teurer Winter. Der Heizölpreis ist konstant hoch und die Temperaturen sind im Vergleich zum Vorjahr niedriger.

Heizöl ist ein teures Gut. Die Preise sind in den letzten Jahren gestiegen. Es gibt zwar Schwankungen, aber die Tendenz zeigt kontinuierlich nach oben. Im April 2009 lag der Preis für 100 Liter Heizöl noch bei 55 Euro, mittlerweile ist er auf fast das Doppelte angestiegen. Gestern wären für 100 Liter 98 Euro fällig gewesen, knapp vier Euro weniger als zum Vergleichsdatum 2012. „Die Produktpreisnotierung ist leicht günstiger als im Vorjahr“, so Egon Reiner, Fachgruppenobmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer. Die Zypern-Krise habe den Euro im Vergleich zum Dollar geschwächt. „Die Preise wären sonst noch etwas niedriger“, so Reiner.

Weniger Sonnentage

Wie teuer eine Heizperiode kommt, hängt aber nicht alleine von den Energiekosten ab. Ein wesentlicher Faktor sind die Heizgradtage. „Im Vorjahr hatten wir eine höhere Spitze, heuer dafür weniger Sonnentage“, so der Experte der Wirtschaftskammer, der für die Heizgradtage im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 10 bis 12 Prozent rechnet. Günter Scheibenreif von der Zentralanstalt für Meteorologie konkretisiert die Einschätzung: Dezember und Jänner waren kälter, der Februar war hingegen im Vorjahr frostiger.

Hoher Energiebedarf und hohe Heizölpreise treffen einen Großteil der heimischen Haushalte. Das zeigen Daten der Statistik Austria. Zwar ist die Anzahl an Wohnungen, die eine Ölheizung haben, seit 2003 konstant rückläufig – mit rund 58.700 Haushalten ist Heizöl allerdings unverändert der am häufigst verwendete Energieträger (Daten aus 2010).

Viele leere Tanks

Aktuell geht Energiehändler Egon Reiner von zahlreichen leeren Tanks in Vorarlberg aus. „Viele haben aufgrund der hohen Preise im Vorjahr nur kleinere Mengen eingelagert. Es gibt viele leere Anlagen.“ Und wie sich die Preise entwickeln, lasse sich schwer voraussagen. Wer jetzt schon knapp sei, solle möglichst gleich einlagern. Ansonsten könne man auch noch ein wenig abwarten.

Bei der Arbeiterkammer empfiehlt Konsumentenschützerin Karin Hinteregger dringend, die Preise zu vergleichen. Heizölpreise seien anhaltend hoch und würden ein gewaltiges Loch in die Budgets der Haushalte reißen. Man solle auch prüfen, ob über gemeinsame Bestellungen mit Nachbarn und den damit größeren Mengen bessere Preise erzielt werden können.

Teurer geworden sind zuletzt auch die Abfüllpauschalen. Egon Reiner spricht von einer notwendigen Anpassung von 32 Euro auf nun 36 Euro.

Letztes Jahr gab es höhere Spitzen, heuer weniger Sonnentage.

Egon Reiner

Heizöl-Preise

Höchstpreis Niedrigstpreis

2004

62,58 (18. Okt.) 41,82 (12. Feb.)

2005

78,95 (2. Sep.) 51,90 (8. Jän.)

2006

74,45 (8. Aug.) 60,60 (31. Dez.)

2007

80,73 (27. Dez.) 57,26 (21. Jän.)

2008

106,44 (12. Jul.) 56,88 (12. Dez.)

2009

69,24 (23. Okt.) 53,62 (4. Mär.)

2010

83,88 (24. Dez.) 65,40 (25. Jän.)

2011

100,56 (14. Nov.) 80,88 (1. Jän.)

2012

104,52 (12. Okt.) 90,15 (25. Jun.)
1. Quartal 2013

99,78 (15. Feb.) 93,51 (21. Mär.)