Die AUA fliegt auch aus Innsbruck ab – Jobs weg

Markt / 28.03.2013 • 20:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Innsbruck. (VN) Die AUA hat sich nicht nur aus Altenrhein verabschiedet. Nun muss auch die bisherige Austrian Arrows bzw. Tyrolean-Zentrale in Innsbruck dran glauben. Die Tiroler Tageszeitung berichtet heute über den Abzug von 109 Tyrolean-Jobs, der auch dem Innsbrucker ­Flughafen als Standort schadet. „Ich bedaure es sehr, dass 100 Arbeitsplätze verloren gehen. Wenn das größte am Flughafen angesiedelte Unternehmen 100 Leute abbaut, ist das auch für den Standort Flughafen Innsbruck ein herber Verlust“, sagt Flug­hafendirektor Reinhold Falch. Zwar gebe es keine direkten Auswirkungen auf den Flughafen. „In der Außenwirkung ist das aber imagemäßig nicht förderlich“, sagt Falch.

Ob er fürchte, dass die AUA auch die Wartungswerft der Tyrolean mit 130 Jobs und das bereits ausgelagerte Callcenter mit 100 Jobs in Innsbruck zudrehen könnte? „Die Frage ist, wie es mit der Werft weitergeht, falls die AUA die (in Innsbruck gewarteten, Anm.) Dash-Flugzeuge ausflottet. Mir ist auch bewusst, dass man ein Callcenter jederzeit anderswo betreiben kann. Ich hoffe, dass die Tyrolean-Technik und das Callcenter langfristig am Flughafen Innsbruck bleiben“, so Falch im Gespräch mit der TT. AUA-Chef Jaan Albrecht habe ihm versichert, dass die Werft und das Callcenter ­bleiben.

„Vampirartige Zentralisierung“

Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl kritisiert den Abflug der Tyrolean-Verwaltung nach Wien als „vampirartige Zentralisierung der Ostösterreicher“. Zangerl: „Nimmt man ehemalige staatliche Betriebe wie die Post her, sind alle wie von Gott gegeben in Wien angesiedelt“, kritisiert Zangerl. „Im Zeitalter der Globalisierung kann es kein Problem sein, dass Unternehmensteile in anderen Bundesländern stehen.“

Was die Tyrolean betrifft, fürchtet die Tiroler Arbeiterkammer, dass weitere Aufgaben in Wien „zentralisiert“ werden. „Sollte der Flugbetrieb umgestellt werden, dann ist die Flieger-Wartung in Innsbruck Geschichte. Unter Umständen verfällt der Flughafen in einen Dornröschenschlaf.“ Tyrolean habe die AUA gerettet, die Mitarbeiter würden jetzt dafür bestraft. „Hier steckt politischer Druck dahinter. Scheinbar hat AUA-Chef Albrecht dem politischen Druck nachgegeben“, so Zangerl. Er bezeichnet den neuen Tyrolean-Chef als „von der AUA eingestellten Liquidator“.