Die deutsche Wirtschaft hängt Konkurrenten ab

Markt / 28.03.2013 • 19:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Weltwirtschaft erholt sich – nur Eurozone bleibt zurück. Ausnahme ist Deutschland.

Paris. Die Euro-Länder bleiben nach Einschätzung der OECD unter den großen Industrieländern die Stiefkinder der weltwirtschaftlichen Erholung. Allein Deutschland könnte unter den großen europäischen Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der ersten Jahreshälfte 2013 mithalten, wie aus dem Konjunkturausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für die sieben etablierten Industrieländer hervorgeht.In Deutschland erwarten die OECD-Volkswirte im ersten Quartal ein Wachstum auf Jahressicht von 2,3 Prozent und im zweiten Quartal von 2,6 Prozent. Stärker dürften von Jänner bis März nur die USA mit 3,5 Prozent und Japan mit 3,2 Prozent zugelegt haben. Im zweiten Quartal allerdings werde der Zuwachs dieser beiden Länder unter dem Deutschlands liegen.

Eine Schlüsselrolle zur Förderung des Wachstums kommt der OECD zufolge der Geldpolitik zu, auch wenn dies Risiken mit sich bringe. Die finanzpolitischen Spielräume seien begrenzt. „Die Eurozone bleibt verwundbar“, warnen die Experten. Gerade die aktuelle Zypern-Krise zeige, dass den Schwächen im Bankensektor noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse. „Es gibt ein starkes Argument, die Geldpolitik noch weiter zu lockern“, erklärten sie und verwiesen auf die schwache Nachfrage und die geringe Teuerung. Die Gefahr eines größeren Inflationsdrucks durch eine expansivere Geldpolitik sei gering.

Europa bleibt zurück

„Die Weltwirtschaft erholt sich, doch Europa bleibt zurück“, urteilt die OECD. Die anhaltende Krise im Euroraum laste auf dem globalen Aufschwung.

Insgesamt rechnen die Volkswirte der Organisation mit einem Wirtschaftswachstum im ersten Quartal in den Ländern der G7 – USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland – von zusammen 2,4 Prozent und von 1,8 Prozent im zweiten Quartal. Beim Wachstum in den ersten drei Monaten liegt Deutschland auf Rang drei. Im zweiten Quartal führt das Nachbarland nach den OECD-Zahlen die Liste an. Die drei größten Industrieländer im Euroraum sollten demnach von Jänner bis März lediglich um eine Jahresrate von 0,4 Prozent wachsen und von April bis Juni um 1,0 Prozent.

Schwellenländer als Lokomotive

Wachstumslokomotiven für die Weltwirtschaft bleiben aber auch 2013 die Schwellenländer, resümierte die OECD. Sie legen im Durchschnitt erheblich kräftiger zu als die Industrieländer.

In China beispielsweise lägen die Wachstumsraten auf jährlicher Basis im ersten Halbjahr oberhalb von acht Prozent. Allerdings gebe es auch zwischen den einzelnen Schwellenländern erhebliche Unterschiede.