Harley mit neuer Heimat

Markt / 29.03.2013 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In Rankweil entsteht Harley-Davidson Vorarlberg. Bisheriger Händler zieht sich zurück.

Rankweil. Die Handwerker sind eifrig am Arbeiten. Bis Mai will Harley-Davidson in Vorarlberg seinen neuen Standort beziehen. Die neue Heimat finden die Kult-Motorräder aus den USA auf dem Betriebsgebiet des Autohaus Rohrer in Rankweil. Eigentümer Thomas Rotheneder hat dazu gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Rita Pichler und Geschäftsführerin Christine Waltner eine Gesellschaft gegründet. Der neue Betrieb wird unter Harley-Davidson Vorarlberg firmieren und will weit mehr sein, als nur ein Motorrad-Geschäft. „Harley-Davidson ist mehr als nur eine Motorrad-Marke – es ist eine Lebenseinstellung“, so Christine Waltner, selbst begeisterte Harley-Fahrerin. Das Sortiment reicht vom Ohrring bis zur Harley-Bekleidung. Die Hälfte des Umsatzes, so Thomas Rotheneder, wolle man abseits des reinen Motorrad-Handels machen. Insgesamt rechne man stark mit Schweizer Kunden, die rund ein Drittel des Volumens beisteuern sollen.

„Erlebniswelt“

Auf 1800 Quadratmetern wird die Welt von Harley-Davidson erlebbar gemacht. Alleine Ausstellungsgebäude und die Werkstatt sind 550 Quadratmeter groß. „Wir wollen eine Erlebniswelt schaffen“, sagt Thomas Rotheneder. Der Innenhof werde so gestaltet, dass er auch Platz für eigene Veranstaltungen biete.

Das Investitionsvolumen beziffert der Unternehmer mit rund 500.000 Euro. Mit der Integration der Motorradmarke in sein Autohaus sind auch weitreichende Änderungen verbunden. So ist ein neuer Gebrauchtwagenpark geplant. Rotheneder will die beiden Welten Zweirad und Vierrad verbinden. Er sieht Synergien speziell zwischen Harley-Davidson und der Marke Jeep, die er seit einiger Zeit vertritt.

Ambitionierte Ziele

Die Ziele von Harley-Davidson in Vorarlberg sind ambitioniert. Rund 60 neue Motorräder will Geschäftsführerin Christine Waltner jährlich verkaufen. Harley sei in Vorarlberg vor BMW Marktführer. Diese Position gilt es zu verteidigen.

Die Neueröffnung läutet gleichzeitig das Ende einer Firmen-Ära ein: 30 Jahre lang war Geisinger in Feldkirch offizieller Harley-Händler für Vorarlberg. „Ich bin seit Februar in Pension, mein Mann muss noch zweieinhalb Jahre arbeiten“, so Monika Geisinger. Da hätten sich die hohen Investitionen, die notwendig gewesen wären, nicht mehr gelohnt. Sie verstehe die Entscheidung von Harley-Davidson und unterstütze den neuen Betrieb. „Wir übergeben sowohl unseren Kundenstock als auch Teile unseres Lagers an Rohrer“, so Geisinger gestern zu den VN. Auch einer der Mechaniker werde wechseln.

Werkstatt bleibt

Selbst wolle man in einem kleineren Rahmen weitermachen. Die Werkstatt werde weiter betrieben. Der Fokus liegt auf der Restaurierung von älteren Harley-Modellen. Neue Motorräder würden keine mehr verkauft – nur noch gebrauchte, so Geisinger.

Harley-Davidson ist mehr als nur eine Motorradmarke.

Christine Waltner