Heimische Betriebe auf großer Bühne

Markt / 29.03.2013 • 18:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

6,5 Millionen Euro für neue Seebühne – viele Ländle-Firmen kommen zum Zug.

Bregenz. Der Schnee hat dem Zeitplan zugesetzt. Ins Wanken wird er ihn aber nicht bringen. Die „Zauberflöte“-Premiere werde pünktlich stattfinden. „Die Arbeiten an der Seebühne sind im Plan“, so Festspiele-Pressesprecher Axel Renner. Verlassen können sich die Festspiele bei der Umsetzung auf viele heimische Unternehmen. Fast 90 Prozent der Arbeiten an der neuen Seebühne werden von Ländle-Betrieben realisiert.

Die Gesamtkosten für die komplexe Bühne auf dem See sind für zwei Jahre mit rund 6,5 Millionen Euro budgetiert. Die Baulose wurden nach dem Bundesvergabegesetz ausgeschrieben. Der Löwenanteil der Wertschöpfung bleibt in Vorarlberg. Mit wenigen Ausnahmen einiger Spezialaufträge hätten Firmen aus Vorarlberg und der Region den Zuschlag bekommen, so Renner weiter.

Gefordert werden teils hochkomplexe Speziallösungen. „Es sind keine Leistungen, die man von der Stange kriegt“, erklärt der Festspiele-Sprecher. Neben der hohen Handwerks- und Ingenieurskunst sei auch Kreativität gefragt und eine große Flexibilität beim Lösen von schwierigen Herausforderungen. „Hier werden Top-Leistungen abgerufen“, so Renner. Es sei erfreulich, dass viele Vorarlberger Firmen in der Lage seien, diese Leistungen zu erbringen.

„Große Herausforderung“

Eine davon ist die Geiger Technik-GmbH. Das Stahlbauunternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern in Nenzing hat sich mit der Herstellung und Montage der Hunde und Brücken das größte Baulos gesichert. Firmenchef Bernhard Geiger beziffert das Volumen gegenüber den VN mit rund einer Million Euro. „Es ist für uns ein toller Auftrag und eine große Herausforderung“, so Geiger weiter. Die Arbeiten seien weit fortgeschritten. „Zu 90 Prozent sind sie bereits erledigt.“ Die mächtigen Dimensionen und das Zusammenspiel zwischen Künstlern und Bühnenbildnern sei eine besondere Herausforderung. Insgesamt habe man 95 Tonnen Stahl verarbeitet. Um den Auftrag abwickeln zu können, habe man neben der Stammmannschaft auch Leiharbeiter einstellen müssen. Mit 15 bis 20 Prozent des Gesamtumsatzes hat der Festspiele-Auftrag für den Oberländer Betrieb auch wirtschaftlich eine beachtliche Bedeutung. Nach „Aida“ und „Tosca“ ist es übrigens das dritte Mal, dass Geiger auf dem See zum Zug kommt.

Auslastung in schwacher Zeit

Schon fast traditionell beim Bau der Seebühne mit im Boot ist die Firma Steurer aus Doren. Bei der „Zauberflöte“ verantwortet das Maschinen- und Seilbahnunternehmen ein Baulos selbst, bei einem zweiten ist man als Partner mit an Bord. Da der Auftrag in eine saisonal schwache Zeit falle, sei er für seinen Betrieb von besonderer Bedeutung, so Geschäftsführer Roland Fritz. Und auch was das Auftragsvolumen betrifft, sei es ein ernsthaftes und bedeutendes Projekt. Fritz spricht von rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes. „Sowohl von der Auslastung als auch vom Anspruch her ist es für uns weit mehr als Liebhaberei“, so der Steurer-Geschäftsführer weiter. Mit der Umsetzung sei man schon relativ weit.

Wichtiger Auftrag

Seit gut 20 Jahren ist Hans-Peter Salzmann beim Seebühnen-Bau engagiert. Sein auf Pilotierungsarbeiten spezialisiertes Unternehmen in Fußach sorgt dafür, dass die Bühne nicht „untergeht“. Dazu müssen rund 90 Prozent der Holzpiloten aus dem Seegrund entfernt und wieder eingeschlagen werden. „Sie sind durch die hohe Belastung nach zwei Jahren entsprechend geschwächt“, so Salzmann. Den Auftrag selbst bezeichnet er für seine kleine Firma als wichtig. Er sorge für fast zweieinhalb Monate Auslastung.

Es ist für uns ein toller Auftrag und eine große Herausforderung.

Bernhard Geiger