Japans Aktienmarkt vor der Wiederauferstehung

Markt / 29.03.2013 • 19:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Stefan Schmitt, Hypo Landesbank
Stefan Schmitt, Hypo Landesbank

schwarzach. Das Land der aufgehenden Sonne hat überraschend die Rezession hinter sich gelassen. Im Schluss­quartal des vergangenen Jahres wuchs die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,2 %. Damit ging es erstmals seit drei Quartalen in Japan wieder bergauf. Der private Konsum, der rund 60 % zur japanischen Wirtschaftsleistung beiträgt, legte nach neuen Berechnungen 0,5 % zu. Zudem sanken die Investitionen weniger stark als erwartet. Damit scheint die auf eine extreme Stimulierung der Wirtschaft ausgerichtete Politik des neuen Premierministers Shinzo Abe ihre Wirkung zu entfalten. Mit dem neuen Chef der Notenbank, Haruhiko Kuroda, hat der Ministerpräsident nicht ohne sein Zutun einen leidenschaftlichen Mitstreiter seines Wirtschaftskurses gewonnen. Kuroda kündigte bereits an, im Kampf gegen die Wirtschaftskrise rasch aus „allen Rohren zu feuern“, um die Deflation zu beenden und den Yen zu schwächen. Eine seiner ersten Amtshandlungen wird sein, die Obergrenze für Wertpapier-Käufe der Bank of Japan nicht wie bereits beschlossen erst per Anfang 2014, sondern schon früher aufzuheben. Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die neue Notenbank-Führung hat der Tokioter Börse zuletzt weiter Auftrieb gegeben. Der Nikkei kletterte insbesondere durch massive Käufe ausländischer Investoren auf ein Viereinhalbjahres-Hoch. Zusätzliche Aktiennachfrage könnte künftig von japanischen Privatanlegern kommen. Die Reflationierungspolitik dürfte auch bei den inländischen Anlegern einen Umdenkprozess auslösen. Schließlich steht einer Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von mageren 0,8 % eine durchschnittliche Dividendenrendite am Aktienmarkt von ca. 2 % gegenüber.

Stefan Schmitt,
Leiter Private Banking Plus,
Hypo Landesbank,
stefan.schmitt@hypovbg.at