Die etwas andere Herangehensweise

Markt / 04.04.2013 • 19:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bei Umsetzung der Energieeffizienzziele sieht Deutschland von Verpflichtung ab.

Schwarzach. (VN-toh) Das Energieeffizienzgesetz passierte am Mittwoch den Ministerrat mit einigen Änderungen. „Diese sind durchaus zu begrüßen“, resümiert Marco Tittler von der Wirtschaftskammer Vorarlberg. So bleiben Kleinbetriebe nun von der Verpflichtung zu einem regelmäßigen Energieaudit verschont, aber auch Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern können wählen zwischen der Einführung eines Energiemanagement-Systems oder eines Energieaudits alle vier Jahre. Zusätzlich soll neu ein Effizienzförderprogramm mit 300 Millionen Euro zur Verfügung stehen. „Die grundsätzliche Kritik am Verpflichtungssystem“, hält Tittler fest, „die bleibt.“

Ohne Verpflichtung

Eine Studie, die die Bundesenergieeffizienzstelle (BfEE) in Auftrag gegeben hat, zeigt nun, wie Deutschland an die geforderten Einsparungen bis 2020 herangeht: Anstatt ein Verpflichtungssystem aufzubauen, welches zwecks Monitoring neue Strukturen verlangt, wurden bereits angewendete und geplante Maßnahmen evaluiert und quantifiziert. Dadurch wurde eine Evaluierung bestehender Maßnahmen durchgeführt, um eine Einschätzung zu erhalten, was aktuell bereits tatsächlich alles geschieht und unternommen wird bzw. welcher Beitrag zum Gesamtziel dadurch geleistet werden kann.

Tittler sieht kritisch, dass in jüngster Zeit Unternehmen immer häufiger unmittelbar mit EU-Richtlinien konfrontiert werden. Seitens des Gesetzgebers heißt es dann oftmals, „das wird von der EU verlangt“. Die angesprochenen EU-Richtlinien lassen aber in der Regel enormen Handlungs- und Umsetzungsspielraum für die nationale Gesetzgebung.

Die generelle Kritik am Verpflichtungssystem bleibt aufrecht.

Marco Tittler, Wkv

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.