Ländle-Firmen sind mit Patenten im Spitzenfeld

Markt / 11.04.2013 • 21:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Patente: Hohe Innovationskraft zeichnet auch Zumtobel in Dornbirn aus. Foto: VN/Steurer
Viele Patente: Hohe Innovationskraft zeichnet auch Zumtobel in Dornbirn aus. Foto: VN/Steurer

Vorarlberg europaweit Top-Region – Blum und Zumtobel mit den meisten Patenten im Land.

Schwarzach. Vorarlbergs Firmen sind in einem hohen Maß erfinderisch. Das zeigen erneut die jüngsten Statistiken der nationalen und europäischen Patentämter. In keinem anderen Bundesland liegt die Pro-Kopf-Erfindungsquote so hoch wie in Vorarlberg. Und auch im österreichischen Erfindungsranking für erteilte Patente und Gebrauchsmuster unter den Betrieben liegen mit Blum (Platz 2) und Zumtobel (Platz 4) zwei Ländle-Firmen im absoluten Spitzenfeld.

„Die Zahl der Patent­anmeldungen ist ein wichtiger Gradmesser für die Innovationskraft“, sagt Dr. Joachim Heinzl von der Wirtschaftsstandort Vorarlberg Gmbh (WISTO). Vorarlberg zählt in dieser Hinsicht zu den Vorzeigeregionen in Europa. Laut jüngsten Daten von Eurostat führt das Ländle die Liste der erfinderischsten Regionen vor Noord-Brabant (Niederlande), Baden-Württemberg und Bayern an.

Blum: 50 Patente jährlich

Maßgeblich dafür verantwortlich sind die großen Leitbetriebe, die wie etwa Blum jährlich rund 50 Patente anmelden. Der Höchster Beschlägehersteller hat nach eigenen Angaben rund 1000 aktive Schutzrechte. „Wir versuchen alle neuen Entwicklungen, die bestehende und auch zukünftige Kundenbedürfnisse abdecken, durch Patente abzusichern“, so Jürgen Wilke, Verantwortlicher für Schutzrechte bei Blum.

Besonders häufig melden Unternehmen der Elektro- und Metallindustrie und der Elektronik-Branche Patente an. Ob eine Erfindung allerdings überhaupt angemeldet wird, hänge von der Strategie der Unternehmen ab, erklärt Joachim Heinzl. „Viele setzen auf Vertraulichkeit.“ Sie hängen ihre Ideen nicht an die große Glocke oder sind so innovativ, dass sie schon die nächste Erfindung bringen, ehe der Wettbewerb in der Lage war, die aktuelle zu kopieren.

Hoch sind auch der Aufwand und die Kosten. Rund 30.000 Euro kostet ein EU-weiter Schutz aktuell. Für 2015 ist ein EU-Patent geplant. Österreichs PatentamtChef Friedrich Rödler rechnet dann mit einer Kostenreduktion auf rund 8000 Euro.

Österreichweit wurden 2012 2552 Patente angemeldet – im Vergleich zum Jahr davor ein Plus von 5 Prozent. Die Anmeldungen österreichischer Patente beim Europäischen Patentamt sind um 8 Prozent auf 1879 gestiegen.

Heimische Unternehmen unterstützt die WISTO mit Patentrecherchen und einer monatlichen Patentberatung. Das Angebot werde stark angenommen, so Joachim Heinzle.

Dr. Joachim Heinzl foto: mez
Dr. Joachim Heinzl foto: mez
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