Skipool Montafon: „Dieses Thema ist noch nicht geklärt“

Markt / 11.04.2013 • 18:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Derzeit sitzen die Montafoner Liftler nicht in derselben Gondel.
Derzeit sitzen die Montafoner Liftler nicht in derselben Gondel.

Der Streit im Montafon geht weiter. Silvretta Montafon glaubt weiter an den Skipool.

Schruns. Heute Vormittag werden deutliche Worte ­gesprochen. Obwohl sich
die Bergbahn-Geschäftsführer bereits am Dienstag getroffen und immerhin die Zusammenarbeit im Pool prolongiert haben, sind diesmal auch die Bürgermeister der acht Montafoner Tourismusgemeinden mit am Tisch. Offiziell soll heute der bereits vor Monaten besprochene Ausstieg der Seilbahner aus dem Verein abgesegnet werden. Ein Vorhaben, das zumindest Georg Hoblik von der Silvretta Montafon noch nicht ganz glauben will.„Ich habe gehört, dass die anderen Bergbahnen sich nun doch nicht zurückziehen wollen“, mutmaßte er gestern im Gespräch mit den VN.

Der Entschluss seines Unternehmens jedenfalls werde nicht revidiert, und deshalb habe er als Aufsichtratsvorsitzender auch dem Tschaggunser Bürgermeister Herbert Bitschnau Platz gemacht. „Wir akzeptieren den Wunsch der Gemeinden, weil die bei der Zusammenführung der drei derzeit bestehenden Tourismusvereine sicher auch noch einige schwere Aufgaben haben“, sagt Hoblik, der gestern auch eine Stellungnahme des Montafon-Tourismus-Geschäftsführers Dieter Dubkowitsch auf den Schreibtisch bekam: „Die vom Geschäftsführer Arno Fricke vorgenommene Überweisung wurde auf Anordnung der Schreiben von Illwerke Tourismus, Bergbahnen Gargellen und Gemeinde St. Gallenkirch vorgenommen.

Kein Einfluss auf Modalitäten

In den Schreiben vom 5. Dezember wurde wie folgt hingewiesen: Ausdrücklich wird darauf hingewiesen (siehe auch die Schreiben von Illwerke Tourismus und Bergbahnen Gargellen), dass die Zahlungen vorbehaltlich einer späteren anderslautenden Einigung der Poolmitglieder erfolgen. Die GF Arno Fricke und Dieter Dubkowitsch weisen zudem darauf hin, dass die durch Montafon Tourismus Bergbahnen zur Anweisung gelangenden Akontozahlungen keinen Einfluss auf künftige und vergangene Abrechnungsmodalitäten haben.“

Verrechnungsstelle gefordert

Das sei zwar eine Stellungnahme, geklärt sei die Vorgangsweise aber noch lange nicht, beharrt Hoblik auf seiner Behauptung, dass hier zu Ungunsten der Silvretta Montafon gehandelt wurde. Verwundert zeigt er sich auch über die Einflussnahme der Gemeinden Gargellen und St. Gallenkirch, die eigentlich überhaupt keinen Einfluss auf den Pool haben sollten.

Und er sieht sich bestätigt in seiner Forderung nach einer neuen Verrechnungsstelle. „Wir wollen einen unabhängigen Abrechner, von dem gehen wir nicht ab.“ Das sei eine Lösung, die allen entgegenkomme. „Wir machen mit dem Montafon Tourismus gerne weiter gemeinsame Aktionen, z. B. bei der Bewerbung der Region und bei anderen Aktionen, die dem Tourismus insgesamt nützen.“ Aber nicht bei der Abrechnung.

Bürgermeister Herbert Bitschnau weist seine Mitverantwortung als Aufsichtsratsvorsitzender an der Überweisung bzw. der Weitergabe von Daten im wahrsten Wortsinne zurück: „Damals war ja Georg Hoblik Aufsichtsratsvorsitzender. Da müsste er besser Bescheid wissen als ich.“ Bitschnau weiß auch nicht, sagt er gegenüber den VN, warum jetzt der Tourismusverband in die Schusslinie geraten ist. „Die Arbeit wurde gut gemacht“, ist er überzeugt. Der Ausstieg der Bergbahnen sei auch deshalb wichtig, weil man dann bei den anstehenden Aufgaben die notwendige Ruhe in die Sache bringen kann. Bei den Sitzungen des Skipools war Bitschnau übrigens nicht anwesend. Das wollten die Bergbahner dezidiert unter sich ausmachen.

Und obwohl nun seitens Illwerke Tourismus und Gargellener Bergbahnen offen mit einer „Vorarlberg Card“ geliebäugelt wird, glaubt Silvretta-Montafon-Mann Hob­lik auch weiter an die gemeinsame Montafon Card. Das sei für alle die beste Lösung: „Ich bin Manager und nicht Unternehmer, ich sehe das emotionslos. Ich will das beste für mein Unternehmen, und das ist das Beste.“

Die Silvretta Montafon glaubt auch weiter an den Skipool.

Georg Hoblik

Montafon Tourismus

Gesellschafter (vor der heute stattfindenden Sitzung)

» Gargellner Bergbahnen GmbH & Co KG (4,2304 %)

» Gemeinde Bartholomäberg (2,5191 %)

» Gemeinde Gaschurn (14,0731 %)

» Gemeinde Silbertal (2,2853 %)

» Gemeinde St. Anton i. M.
(0,5846 %)

» Gemeinde St. Gallenkirch
(16,5497 %)

» Gemeinde Tschagguns (8,5459 %)

» Gemeinde Vandans (3,784 %)

» Illwerke Seilbahn-Betriebsgesellschaft mbH (4,932 %)

» Marktgemeinde Schruns
(14,5515 %)

» Montafoner Kristberg-Bahn Silbertal Gesellschaft m.b.H. (0,2339 %)

» Silvretta Montafon Bergbahnen AG (27,7105 %)

Aufsichtsrat:

» Herbert Bitschnau, Ausichtsratsvorsitzender

» Ewald Tschanhenz, Stellvertreter des Vorsitzenden

» Werner Netzer, Ing, geb.
28. 12. 1950 Aufsichtsrat

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