Großraumbüro macht krank

Markt / 12.04.2013 • 10:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer in Großraumbüros arbeitet, ist häufiger krank und unzufriedener. foto: fotolia
Wer in Großraumbüros arbeitet, ist häufiger krank und unzufriedener. foto: fotolia

Unterschiedliche Arbeitszonen mit Rückzugsmöglichkeiten lösen Großraumbüros ab.

Arbeitswelt. (VN-dh) Je mehr Menschen in einem Raum arbeiten, desto unzufriedener sind sie – und je unzufriedener sie sind, desto häufiger werden sie krank. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hochschule Luzern, für die 1400 Beschäftigte verschiedener Unternehmen befragt wurden. So musste sich etwa die Hälfte aller Mitarbeiter in Einzelbüros innerhalb eines Jahres nicht ein einziges Mal krank melden. In Zweierbüros erkrankten nur 38 Prozent nicht. In Büros mit mehr als 16 Arbeitsplätzen kamen lediglich drei von zehn Mitarbeitern ohne Krankenschein aus.

Hauptbelastungsfaktor Nummer eins ist der Lärm, der etwa durch Gespräche und Telefonate im Hintergrund erfolgt. Aber auch die Einheitstemperaturen, nicht bedarfsgerechte Beleuchtung oder trockene Luft bzw. Zugluft machen vielen arg zu schaffen. Gereizte, brennende oder juckende Augen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen steigen mit der Anzahl der Menschen, die in einem Großraumbüro sitzen. Generell zeigen sich Mitarbeiter, die in kleinen Büroeinheiten ihre Tätigkeiten verrichten, generell zufriedener. Laut der Schweizer Studie unterbrachen sie die Arbeit weniger häufig und bewerteten die Attraktivität des Arbeitsplatzes höher.

Wohlfühlzonen statt Großraum

Da Einzelbüros auch aus Platzgründen immer mehr zum Luxus werden und es durch das Ineinandergreifen von Arbeitsprozessen oft gar nicht möglich ist, Mitarbeiter zu „separieren“, versuchen die Unternehmen vermehrt auf Wohlfühlfaktoren zu setzen. Herkömmliche Großraumbüros haben daher ausgedient und weichen richtiggehenden Bürolandschaften, in denen es auch Individualität und Rückzugsmöglichkeiten gibt. Der Begriff Großraum wird dabei durch die Definition Gemeinschaftsbüro ersetzt. In Zukunft wird auch nicht jeder seinen festen Platz bei der Arbeit haben. Vielmehr sucht sich jeder Mitarbeiter täglich in einer loungeartigen Umgebung den freien Platz, an dem er die geplanten Aufgaben des Tages am besten erledigen kann. Da gibt es einen kleinen, abgeteilten Konferenzraum für die Meetings, eine schallgeschützte Ecke für wichtige Kundentelefonate, eine Sitzgruppe für die kurzfristige Abstimmung eines Projekts und die ganz normalen Schreibtische für die Arbeit am Computer. Die moderne Kommunikationstechnik mit Handy, Tablet-PC oder Laptops als Standardausrüstung macht diese Flexibilität möglich. Es geht nicht mehr darum, eine bestimmte Fläche unter Beachtung aller gesetzlichen Regelungen mit möglichst vielen Schreibtischen zu füllen, sondern wir wollen Arbeitsplätze schaffen, die Mitarbeiter inspirieren, motivieren und zur Kooperation anregen.

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