Immobilien-Käufe sind in Vorarlberg rückläufig

Markt / 06.08.2013 • 21:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Immobilien-Käufe sind in Vorarlberg rückläufig

Immobilienmarkt sinkt auf Vorkrisen-Niveau. Steuer und Energie­ausweis sind Gründe.

Schwarzach. Der Run auf die Immobilien ist vorbei. Das bescheinigt der Immopreisspiegel des Immobilien-Dienstleisters Re/Max. Demnach investierten die Österreicher in den ersten sechs Monaten 7,2 Milliarden Euro in Immobilien, was einem Minus von 10,6 Prozent im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahrs entspricht.

Einen wesentlich stärkeren Rückgang an Immobilientransaktionen gab es in Vorarlberg zu verzeichnen – die Immobilienverbücherungen gingen um 19,6 Prozent zurück. „Das ist absolut nachvollziehbar, weil das Angebot knapp ist“, sagt Thomas Peter, Geschäftsführer bei der Wirtschaftskammer für das Handwerk und Gewerbe. Das gelte gleichermaßen für Grundstücke wie auch für gebrauchte Wohnungen. Darüber hinaus ist auch bei manchen die Bereitschaft zu verkaufen durch die Immobilien-Ertragsteuer gesunken. Laut Immobilien­experten wirkte sich die Einführung der „Immobilien­ertragsteuer neu“ am 1. April 2012 im ersten Halbjahr des Vorjahrs mit vorgezogenen Verkäufen und Verbücherungen aus. „Dieses Phänomen fehlt natürlich 2013“, weiß Anton Nenning, Managing Direktor von Re/Max Austria. „Als weiteren Grund“, meint Peter, „könnte man auch den Energieausweis diskutieren.“

Einfamilienhäuser teurer

Während sich Eigentumswohnungen knapp um 1,5 Prozent auf 2518 Euro pro Quadratmeter verteuerten, liegt der Preisanstieg bei Einfamilienhäusern bei 4,2 Prozent – laut Re/Max stark getrieben vom teuersten Viertel der Preisspanne. So kommt der Immobilienpreisspiegel unter Berücksichtigung der 3890 verbücherten Einfamilienhäuser zu dem Schluss, dass in Vorarlberg durchschnittlich 282.438 Euro berappt werden mussten – und damit am viertmeisten im Bundesländervergleich. Mehr kostet das Haus nur in Wien, Tirol und Salzburg.

Jungfamilien würden heutzutage ihren Traum von den eigenen vier Wänden nach hinten verschieben, Eigentumswohnungen sind aber nach wie vor eine beliebte Geldanlage. „Alles in allem war in den letzten Monaten eine deutliche Abkühlung der Preise zu spüren. Die Schmerzgrenze scheint gerade bei Wohnungen erreicht. Die Anleger sind nicht mehr bereit, jeden Preis zu bezahlen“, sagt Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer von Re/Max.

Den Energieausweis könnte man durchaus diskutieren.

Thomas Peter, WKV