Bachmann electronic wieder zurück auf Wachstumspfad

Markt / 07.08.2013 • 21:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach der Kurzarbeit im vergangenen Jahr zeigt man sich bei Bachmann wieder optimistisch. Foto: vn/Hofmeister

Nach der Kurzarbeit im vergangenen Jahr zeigt man sich bei Bachmann wieder optimistisch. Foto: vn/Hofmeister

Kurzarbeit ist vom Tisch. Heuer soll es beim Weltmarktführer ein Plus geben.

feldkirch. Die letzten zwei Jahre waren keine leichten für das Feldkircher Hightech- Unternehmen Bachmann electronic. 2012 wurde für drei Monate Kurzarbeit in der Produktion angemeldet. Eine Überbrückungsmaßnahme aufgrund eines Rückgangs im China-Geschäft. Am Ende des Jahres stand ein Umsatz von 45 Millionen Euro, ein Rückgang um 21 Prozent. Bereits 2011 brach der Umsatz in der Größenordnung ein. Und das nach dem Rekordjahr 2010, in dem der Umsatz auf 70,4 Millionen geklettert war. „2010 war ein Hype-Jahr. Die Kunst lag darin, das Wachstum zu beherrschen“, berichtet CEO Bernhard Zangerl.

Auf das heurige Jahr blickt der Geschäftsführer wieder zuversichtlich. Er spricht von einer stabilen Entwicklung, vor allem die letzten zwei Monate seien sehr erfreulich gelaufen, weil die Auftragslage in Asien angezogen habe. Zudem sorgen ein Großauftrag sowie ein potenter Neukunde für positive Stimmung. Beim weltweit größten Auftrag, der im Bereich Windkraft jemals vergeben wurde, kam Bachmann zum Zug. Geliefert werden Zustandsüberwachungssysteme für insgesamt 1300 Windturbinen. Ein schöner Umsatzbringer mit einem Volumen von rund 10 Millionen Euro. Der Neukunde, Weltmarktführer im Energiebereich, werde Bachmann die nächsten Jahrzehnte begleiten, berichtet Zangerl. Dieses Geschäft werde beim Umsatz 2014 schlagend. Das Thema Kurzarbeit sei jedenfalls völlig vom Tisch.

Für heuer Plus erwartet

Die Entwicklungsabteilung sei aktuell mehr als ausgelastet, hier ist man auf der Suche nach Mitarbeitern. Für dieses Jahr habe man zwar konservativ geplant, rechne aber mit einem Plus, wenn der Auftragseingang so weitergehe. Auch die Ertragslage werde deutlich besser werden, weil in der Produktion Stellen nicht nachbesetzt wurden. „Allerdings sind wir gegen kurzfristige Schwankungen nicht gefeit. Mittel- und langfristig sehe ich aber ein ­großes Potenzial“, sagt Zangerl.

Insgesamt werde sich der Umsatz in Zukunft aber zurückhaltender entwickeln. Wachstumschancen sieht der Bachmann-Chef in allen vier Geschäftsbereichen. In der Windkraft, verantwortlich für 50 Prozent des Umsatzes, gebe es noch interessante Märkte. „In den USA werden viele bestehende Windanlagen modernisiert. Wir haben eine sehr gute Marktstellung, man kennt uns. Deshalb sind dort die deutlichsten Umsatzsteigerungen zu erwarten“, erklärt Zangerl. Verstärkt aktiv ist Bachmann auch in Korea, wo man Kunden wie Samsung, Hyundai oder Dae­woo betreue. Genauso wie in Südamerika, Indien oder der Türkei. „Der Bereich Windkraft hat noch Potenzial nach oben, wobei es eine natürliche Begrenzung bei etwa 100 bis 150 Millionen Euro an Volumen gibt“, so der Geschäftsführer.

Milliardenmarkt Maschinenbau

Der Maschinenbau, derzeit für 30 Prozent des Umsatzes verantwortlich, sei hingegen ein Milliardenmarkt mit weitaus größerem Leistungsvermögen. Bei der Sparte Erneuerbare Energien, die mit 15 Prozent am Umsatz beteiligt ist, sei die Einschätzung schwieriger. „Wir entwickeln uns immer weiter, und die Produkte gehen längst über die normale Steuerungstechnik hinaus. Hier könnten wir uns durchaus in Richtung zweistelliger Millionenbetrag bewegen“, berichtet Zangerl. Auch die Sparte „Marine und Offshore“, mit 5 Prozent derzeit kleinster Bereich von Bachmann, habe noch ein großes Marktpotenzial.

In den USA erwarten wir die deutlichsten Umsatzsteigerungen.

Bernhard Zangerl, CEO

Bachmann electronic

Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Steuerungs- und Automatisierungslösungen, Marktführerschaft im Bereich Windenergie, gegründet: 1970, weltweit über 400 Mitarbeiter, Gesellschafter: Bachmann Holding GmbH; Geschäftsjahr 2012: Umsatz: 45 Millionen Euro (-21 %), Investitionen: 2,8 Millionen