Head schielt auf mehr Umsatz

Markt / 08.08.2013 • 21:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Skirennläufer Ted Ligety fährt mit Head-Ski von Sieg zu Sieg. Foto: AP
Skirennläufer Ted Ligety fährt mit Head-Ski von Sieg zu Sieg. Foto: AP

Gute Verkäufe im ersten Halbjahr. Bekleidungsbereich soll künftig forciert werden.

Kennelbach. Ted Ligety, Lindsey Vonn, Andy Murray oder Novak Djokovic – eines haben diese Weltklasse-Sportler gemeinsam: Sie vertrauen auf Ski, Schuhe und Schläger aus dem Hause Head. Und diese Aushängeschilder sind es auch, die dem Konzern gute Verkäufe bringen. Ein Investment, das sich für den Ski- und Sportartikelhersteller also auszahlt.

Dass die Zahlen bei Head stimmen, dafür zeichnet Günter Hagspiel als Finanzchef verantwortlich. Seit 17 Jahren ist der sportbegeisterte Schwarzacher im Konzern beschäftigt und hat viele Höhen und Tiefen begleitet. Für das heurige Geschäftsjahr ist Hagspiel jedenfalls sehr positiv gestimmt. Den Umsatz konnte Head im ersten Halbjahr 2013 auf 134,2 Millionen Euro steigern. Verantwortlich für das Umsatzplus war dabei vor allem das zweite Quartal, das deutlich besser lief als das erste. Negativ auf das operative Ergebnis wirkten sich indes die Währungsschwankungen beim Yen aus.

Man befinde sich nun etwa auf Vorjahresniveau, so Hagspiel. Allerdings blieb der Konzern im ersten Halbjahr in der Verlustzone. Der Grund dafür ist leicht erklärt. Er liegt in der Winterlastigkeit des Konzerns. „85 Prozent unseres Umsatzes im Wintersport machen wir zwischen August und November, aber die Kosten dafür tragen wir bereits ab Jänner“, erklärt Hagspiel. Und da man als börsennotiertes Unternehmen viermal im Jahr berichten müsse, stehe man in einzelnen Quartalen mit Verlusten in den Schlagzeilen. Im dritten wie im vierten Quartal schreibe man aber Gewinne. Für das Gesamtjahr rechnet Hagspiel mit einem moderaten Umsatzanstieg mit gleichbleibendem operativen Ergebnis. „Wir planen mit höheren Marketing-Kosten und investieren in den Sportswear-Bereich“, erklärt er die Gründe dafür.

Auftragslage positiv

Jedenfalls sei man mit den Grundaufträgen im Wintersport bislang sehr zufrieden. In der letzten Saison habe der Auftragseingang nicht der eigentlich akzeptablen Saison entsprochen. Heuer gibt es ein Plus von rund 10 Prozent zu verzeichnen. „Wir gehen davon aus, dass wir weitere Marktanteile gewinnen werden“, sagt Hagspiel. Ab heuer gibt es auch erstmals den Head-Tourenski samt Schuh und Bindung sowie Freestyle-Ski in den Geschäften zu kaufen. Allerdings, erklärt er im Gespräch mit den VN, seien die Märkte Ski und Tennis gesättigt. Der Tennismarkt sei weltweit stabil, der Wintersportbereich berge immer das Wetter-Risiko. Dazu gebe es den Trend, sich Ski eher auszuleihen. Als Wachstumsbereiche sieht Hagspiel die Skischuhe und die Bekleidung. Zusätzlich zu neuen Produktlinien werden neue Märkte erschlossen. Aktuell sei man bei Head dabei, in Russland und China stärker Fuß zu fassen.

Standort Kennelbach gefestigt

Am Standort Kennelbach werde man auf jeden Fall festhalten. „Das ist schließlich unser Headquarter für den Wintersport, die Forschung und Entwicklung, das Produktmarketing, den Racketsport, Sportswear und den Lizenzbereich“, erklärt Hagspiel. Produziert werden in Kennelbach 80.000 Paar Ski im Hochpreis-Segment sowie 4000 Rennski. Die restlichen Ski werden in Budweis hergestellt. Der Tauchbereich ist im italienischen Rapallo angesiedelt. Zudem steht in China das weltweit größte Werk für Tennisbälle. Dort werden im Jahr über 100 Millionen Stück der Marken Penn und Head produziert.

Für das Gesamtjahr erwarten wir uns ein Umsatz-Plus.

Günter Hagspiel, CFO Head
Lindsey Vonn ist eine der besten Fahrerinnen der Welt. Foto: reuters
Lindsey Vonn ist eine der besten Fahrerinnen der Welt. Foto: reuters

Head, 1. Halbjahr 2013

» Umsatz: 134,2 Mill. Euro (+1,2 Prozent): Wintersport: -2,2 %; Racketsport: +2,7 %; Tauchen: 0 %; Sportswear: -4 %; Lizenzgeschäft: +5 %.

» Anteile am Umsatz: Wintersport: 45 %, Racket: 40 %, Tauchen: 12 %, Rest Lizenzgeschäft und Sportswear

» bereinigtes Betriebsergebnis:
8,9 Mill. Euro

» Konzernfehlbetrag: 9,6 Mill. Euro

» Mitarbeiter in Vorarlberg: 300