Sieben Millionen für AWD-Anleger

Markt / 12.08.2013 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Einigung im Rechtsstreit: Anleger bekommen sieben Millionen.

wien. Nach jahrelangem Rechtsstreit um mögliche Fehlberatung beim großflächigen Verkauf von Immofinanz-Aktien an österreichische Kleinanleger haben sich der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und der Finanzberater AWD (jetzt Swiss Life Select) auf einen Vergleich geeinigt.

11,144 Mill. Euro zahlt die Tochter des Schweizer Versicherungskonzerns Swiss Life, davon bekommen die Anleger rund 7 Mill. Euro. Der Rest geht für Verfahrenskosten drauf bzw. an den deutschen Prozesskostenfinanzierer Foris.

Der VKI hatte gegen den früheren AWD fünf Sammelklagen im Namen von insgesamt etwa 2500 Kleinanlegern eingebracht. Der Streitwert vor Gericht betrug früheren Angaben zufolge etwa 40 Mill. Euro. Bei der nunmehrigen Einigung ging man von einem Differenzschaden in Höhe von 23 Mill. Euro aus, basierend auf einem Immofinanz-Aktienkurs von 3,103 Euro. Die geschädigten Anleger bekommen somit nicht ganz ein Drittel von dem, was sie verloren haben. Die Einigung erfolgte knapp vor dem eigentlichen Start der Anlegerprozesse Anfang September. Dann hätten vorm Handelsgericht (HG) Wien erstmals Geschädigte bzw. Finanzberater einvernommen werden sollen.

Jahrelang gestritten

Zuvor hatten sich die beiden Parteien jahrelang über Vorfragen vor Gericht gestritten. Der frühere AWD hatte stets bestritten, dass er beim Verkauf der Immobilienpapiere seine Kunden systematisch falsch beraten hat und sich mit allen juristischen Mitteln gegen die Sammelklagen gewehrt. Während der Finanzkonzern stets darauf gepocht hatte, dass alle Fälle einzeln betrachtet werden müssten, hatte der VKI von systematischem Vorgehen gesprochen.

Die Immofinanz- und Immoeast-Papiere seien in großem Stil als sicher wie ein Sparbuch an Kleinanleger vertrieben worden, die sich unter normalen Umständen keine Aktien gekauft hätten. Das Verlustrisiko sei verschwiegen worden, so der – stetig bestrittene – Hauptvorwurf des VKI. Die Verbraucherschützer und der AWD hatten sich nicht nur gerichtlich, sondern auch medial lange Zeit befetzt.

Die Anleger, die sich den VKI-Sammelklagen angeschlossen hatten, haben jetzt nach der Einigung keine weiteren Ansprüche mehr an den Finanzberater.