„Nichts falsch gemacht“

Markt / 16.08.2013 • 18:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Man habe alles richtig gemacht, bekräftigt Vorstandsvorsitzender Gerhard Hamel. Foto: vn
Man habe alles richtig gemacht, bekräftigt Vorstandsvorsitzender Gerhard Hamel. Foto: vn

Volksbank verliert Prozess um Tankstellen-Konkurs und will gegen Urteil berufen.

rankweil. (VN-reh) Im April 2010 gingen die beiden Vorarlberger Firmen „Scheier Biodiesel Produktions GmbH“ und „Scheier Tankstellen Gmbh“ in Konkurs. Daraufhin erhob einer der Hauptgeschädigten, der Salzburger Treibstofflieferant Franz Leikermoser, den Vorwurf, die Scheier-Geschäftsführung

habe den Konkurs gemeinsam mit der Volksbank Vorarlberg regelrecht geplant. Die Bank hätte von der bevorstehenden Insolvenz gewusst und dieses Wissen dazu genützt, um ihren eigenen Schaden zu minimieren. So habe die Volksbank rechtswidrig und in Schädigungsabsicht in Lastschriftenbuchungen eingegriffen. Gelder, die automatisch an ihn überwiesen worden wären, seien unmittelbar vor dem Konkurs gestoppt und händisch zurückgebucht worden, so der Vorwurf des Klägers.

Volksbank verliert Prozess

Nun gibt es ein erstes Urteil: Hinsichtlich des Lastschriftverfahrens gab das Gericht Leikermoser recht: Die Volksbank muss nun für die Schäden des Mannes in Höhe von 630.000 Euro haften. Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, weist die Anschuldigungen nach wie vor in aller Deutlichkeit zurück. Er bekräftigte bereits im Vorfeld stets, er sei überzeugt, dass die Volksbank Vorarlberg korrekt und wirtschaftlich sinnvoll vorgegangen sei. „Wir müssen das Urteil, das wir übrigens noch gar nicht vorliegen haben, zur Kenntnis nehmen, bleiben aber dabei, dass wir nichts falsch gemacht haben“, so Hamel im VN-Gespräch. Man werde auf alle Fälle in die zweite Instanz gehen. „Jedenfalls ist das Strafverfahren gegen unsere zwei Mitarbeiter eingestellt worden. Ich bin sehr froh, dass das vom Tisch ist. Daher verwundert mich dieses erstinstanzliche Urteil doch. Das ist nicht ganz stimmig“, betont der Vorstandsvorsitzende.

„Ist üblich zu reden“

Und auch bezüglich Lastschriftverfahren sei er der Überzeugung, dass man bei der Volksbank alles richtig gemacht habe. Es sei üblich, dass die handelnden Parteien bei einem laufenden Konkursverfahren miteinander reden würden. Und in „keinster Weise“ habe man den Konkurs von Scheier mitinszeniert. „Davon hätten wir nicht im Geringsten etwas“, so Hamel. Stattdessen habe man geschaut, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Die Urteilsbegründung werde man sich jedenfalls genau anschauen und dann in Berufung gehen. Indes ist der Strafprozess rund um den Konkurs der Tankstellenunternehmen noch ausständig. Im Jänner 2013 wurden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bekannt. Unter anderem liefen Untersuchungen gegen zwei Abteilungsleiter der Volksbank Vorarlberg und Geschäftsführer Christoph Scheier. Letzterer wird sich wegen schweren Betrugs und Falschaussage vor Gericht verantworten müssen. Auch ein Rechtsanwalt, dem eine Beteiligung an einer möglicherweise „kontrollierten“ Insolvenz vorgeworfen wird, wurde angeklagt.

Strafverfahren eingestellt

Von einer Verfolgung der beiden Bankmitarbeiter sowie eines Mitarbeiters des Scheier-Konzerns nahm die Staatsanwaltschaft dagegen wie bereits erwähnt Abstand.

Von einer Inszenierung hätten wir gar nichts gehabt.

Gerhard Hamel, Volksbank