VLV: Persönliche Entwicklung fördern

Markt / 16.08.2013 • 11:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jedem Lehrling steht während seiner Ausbildungszeit ein persönlicher Pate zur Seite. Foto: VN/Paulitsch
Jedem Lehrling steht während seiner Ausbildungszeit ein persönlicher Pate zur Seite. Foto: VN/Paulitsch

Sicher ist sicher: VLV- Lehrlinge lernen alle Bereiche des Versicherungsgeschäftes.

Vor fünf Jahren ging die VLV in die „Lehrlingsoffensive“. Welchen Stellenwert hat die Ausbildung mittlerweile?

Koblbauer: Der Beruf des Versicherungskaufmanns bzw. -frau verlangt gutes fachliches Wissen und eine hohe soziale Kompetenz. Der persönliche Umgang untereinander, insbesondere aber jener Kontakt mit unseren Kunden haben einen großen Stellenwert. Versicherung ist ein „unsichtbares Produkt“ und hat somit viel Erklärungsbedarf. Das wichtigste ist jedoch das Vertrauen des Kunden zum Berater.

Wie groß ist die Herausforderung, Jugendlichen Wissen zu vermitteln und dabei fachliche sowie „menschliche“ Hilfestellung zu geben?

Koblbauer: Wir merken deutlich, aus welchem Elternhaus, welchem Umfeld ein Lehrling kommt. Wenn die Jugendlichen Sinn in ihrer Ausbildung sehen, immer wieder Erfolgserlebnisse haben und ein gutes Betriebsklima herrscht, dann ist es eine schöne Herausforderung. Auch selbst lernt man täglich dazu.

Welche Stärken sollten Ihrer Meinung nach Lehrlingsbeauftragte haben?

Koblbauer: Verständnis für die jungen Menschen und deren Gefühlswelt in diesen teilweise nicht ganz leichten Jahren. Mit den Lehrlingen klare Ziele vereinbaren und durch Fördern und Fordern begleiten. Soziale Kompetenz und gute Kommunikationsfähigkeiten sind weitere Erfordernisse.

Derzeit lernen fünf Lehrlinge bei der VLV. Was wird von ihnen erwartet?

Koblbauer: Fleiß, Engagement, Neugier und Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Ein junges Talent sollte neugierig, kritisch und konstruktiv sein und lösungsorientiert denken.

Wie kommt das Unternehmen an ambitionierten Nachwuchs?

Koblbauer: Wir beginnen bereits im Dezember mit der Lehrlingssuche für das Folgejahr und nützen dazu Kanäle wie Internet, Inserate, Kino, Infoveranstaltungen in Schulen usw. Rechtzeitig den persönlichen Kontakt zu den Interessenten zu suchen, ist enorm wichtig. Bereits im Februar finden die ersten „Lehrlings-Castings“ statt.

Wie eng ist die Kommunikation mit den Eltern?

Koblbauer: Wir haben ein dreistufiges Auswahlverfahren. Die theoretischen Kenntnisse und Fähigkeiten sind ein Teil davon, praktische Übungen ein anderer. Bevor wir „Ja“ zu einem Lehrling sagen, findet ein erstes Treffen mit den Erziehungsberechtigten statt. Mindestens einmal im Jahr werden die Eltern zu einem „Elternabend“ eingeladen. Dann sind die Lehrlinge Gastgeber, präsentieren ihre Arbeit der letzten Monate und sorgen auch für das leibliche Wohl.

Was bietet das Unternehmen den Lehrlingen?

Koblbauer: Das VLV- Bonusmodell garantiert ihnen bis zu zwei zusätzliche Monatsgehälter. Somit bis zu 16 Gehälter. Gewertet werden die Noten in den internen Wissens-checks, das Abschneiden in der Berufsschule und die Beurteilung durch die Ausbildner in den verschiedenen Abteilungen. Die Lehrlinge haben ein eigenes INTRANET-Portal zu fachlichen, schulischen, gesellschaftlichen und persönlichen Themen. Weiters gibt es Ski- und Wandertage und eine Reihe von Events für alle Mitarbeiter und somit natürlich auch für die Lehrlinge.

Warum denken Sie, wurde Ihr Betrieb ausgezeichnet?

Koblbauer: Unsere Lehrlinge werden nicht nur gemäß Lehrplan ausgebildet, sondern erhalten in verschiedenen Seminaren weitere Entwicklungsmöglichkeiten, etwa zum Thema softskills. Während der Lehrzeit steht jedem ein Pate als Fürsprecher und Vertrauter zur Seite. Alle Ausbildner wurden für ihre Aufgabe ausgebildet und besuchen weiterhin die Vorarlberger Ausbilderakademie.

Zur Person

Ernst Koblbauer

Ausbildung: Trainerausbildung IfV St. Gallen, Lehrgang für Personalfachmann, diverse berufsbegleitende Aus- und Weiterbildungen

Laufbahn: Hotelfachschule, Hotel- und Gastronomiemanagement in Europa, den USA und Asien

seit 1983 in der VLV vom „Lehrling“ bis zum Abteilungsleiter für Marketing und Bildung

Jahrgang: 1952

Familie: verheiratet, 1 Sohn

Hobbys: Lesen, Nordic Walking, Fischen, Kochen (und Essen) und Golf