Kein Goldregen für die Silber-Anleger

Markt / 18.08.2013 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kein Goldregen für die Silber-Anleger

Kurse der Edelmetalle unter Druck – auch Aussichten versprechen wenig Aufschwung.

Schwarzach. Was bei Berichten zum Goldpreis oft vergessen wird: Silber, der „kleine Bruder“, der in den vergangenen drei Monaten noch mehr an Wert verloren hat als das Gold. Die Nachfrage nach Silber reicht nicht aus, den Überschuss des günstigeren Metalls zu absorbieren. Silber wird – im Gegensatz zu Gold – in erster Linie als Industriemetall benötigt und ist deswegen sehr konjunkturabhängig. Die Investmentnachfrage ist zwar weiterhin stark, kann die fallende Nachfrage aus der Industrie aber nicht ersetzen.

Anders ist die Lage bei Gold: Nur zwölf Prozent der jährlichen Förderung von 2500 Tonnen werden in der Industrie verarbeitet – und fast die gleiche Menge kommt pro Jahr durch Recycling zurück, Gold wird deswegen eher wie eine Währung und nicht wie ein Rohstoff gehandelt.

Nachfrage bleibt groß

„Angesichts der von uns für 2014 erwarteten Wirtschaftserholung und des weiterhin vorhandenen Anlegerinteresses gehen wir von einer leichten Zunahme der industriellen Edelmetallnachfrage aus“, sagt Stefan Schmitt, Leiter des Private Banking Plus bei der Hypolandesbank, gegenüber den VN.

Für Jürgen Rupp, Wertpapier-Leiter der Raiffeisenlandesbank, stellt Silber eher ein Spekulationsobjekt dar als ein sicherer Hafen. „Silber ist auch keine Alternativwährung in Inflationszeiten. Gold wird von Regierungen als Währungsreserve gehalten, staatliche Silberbestände sind dagegen so gut wie nicht vorhanden“, begründet Rupp. Deshalb sind es neben der Industrie vor allem Spekulanten, die auf kurzfristige Kursschwankungen setzen.

Getrübter Ausblick

Patrick Schuchter, Investmentbanker bei der Volksbank, sieht bei Gold hingegen zwei große Anlegergruppen. „Langfristige Investoren, die Gold als Versicherung in ihrem Portfolio halten, und Spekulanten, die von den starken Preissteigerungen der letzten Jahre angezogen wurden“, sagt Schuchter. Für Zweitgenannte empfehle man seitens der Volksbank, derzeit nicht, auf kurz- und mittelfristige Preissteigerungen bei Gold zu spekulieren – auch wenn sich das Edelmetall in letzter Zeit wieder etwas erholt hat. „Ein stärker werdender US-Dollar und ein mögliches Ende der lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed dürften sich in den kommenden Monaten drückend auf den Preis auswirken“, glaubt Schuchter und stellt für den „kleinen Bruder“ Silber ebenso wenig rosige Aussichten: „Ein chronischer Angebotsüberhang dürfte auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Aussichten für den Silberpreis kurz- und mittelfristig – ähnlich dem Goldpreis – stark eingetrübt bleiben.“

Silber ist keine Alternativwährung in Inflations­zeiten.

Jürgen Rupp, Raiffeisen

Wir empfehlen, momentan nicht auf kurzfristige Preissteigerungen bei Gold zu spekulieren.

Patrick Schuchter