Rennfahrer und Technologie-Visionär

Markt / 23.08.2013 • 21:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Börsengang rief Schumachers Neider auf den Plan .

Der Börsengang rief Schumachers Neider auf den Plan .

Zumtobels neuer CEO Ulrich Schumacher ist einer der schillerndsten unter den deutschen Topmanagern.

Dornbirn. (VN-sca) Seine Karriere verlief wie aus dem Lehrbuch für Management. 1986 tritt der studierte Elektrotechniker und Betriebswirtschafter bei Siemens ein, zehn Jahre später übernimmt er den Bereich Halbleiter. Auf der Karriereleiter steigt er behände weiter: 1998 wird der bekennende Porsche-Fan in den Zentralvorstand der Siemens AG berufen. Im Jahr 2000 führte er den ausgegliederten und in Infineon Technologies AG umbenannten Bereich an die Börse – ein Triumph für Schumacher, der die Widersacher im Großkonzern nicht ruhen ließ.

Dann, im Jahr 2004, kam der große Absturz: Er verließ Infineon im Streit. In der Folge wurden ihm Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Siemens behielt einen großen Teil der Abfertigung zurück. Der Karrierist kämpfte vor Gericht jahrelang um seinen guten Ruf und bekam nach fünf Jahren recht. FAZ, Spiegel, Financial Times berichteten über Aufstieg und Fall und schlussendlich den Triumph gegen seine Widersacher bei Siemens und Infineon in großer Aufmachung. Der Erfolg vor Gericht ist für Schumacher auch finanziell nicht von Nachteil. Ab 2018 wird der künftige Zumtobel-Chef von Infineon jährlich 560.000 Euro überwiesen bekommen – zusätzlich zu den 2,6 Millionen Euro, die er bereits bei seinem Ausscheiden bekommen hat.

Der Topmanager rappelte sich schnell wieder auf. 2004 wurde er Partner des US-Private-Equity-Unternehmens Francisco Partners und betreute dort u. a. die Entstehung eines Joint Ventures zwischen Intel und ST Microelectronics mit einem Umsatz von 3 Mrd. Dollar. Und dann begann sein chinesisches Abenteuer: 2007 bis 2011 sanierte er als CEO die Grace Semiconductor Manufacturing Corporation, ein chinesisches Unternehmen mit Sitz in Schanghai. Seit 2011 hält er wichtige Aufsichtsratsmandate und berät Technologieunternehmen.

Sein Rennhobby störte seine Karriere. Fotos: APA, Lenz/DDp

Sein Rennhobby störte seine Karriere. Fotos: APA, Lenz/DDp